Wettbewerbsfähig nur mit starken Beschäftigten
Die CESI Summer Days 2026 thematisierten, wie Europa wirtschaftliche Stärke mit guten Arbeitsbedingungen und leistungsfähigen öffentlichen Diensten verbinden kann.
Die Diskussionen machten deutlich: Angesichts geopolitischer Spannungen, des digitalen und ökologischen Wandels sowie eines zunehmenden Fachkräftemangels steht Europa vor gewaltigen Herausforderungen. Aus Sicht der CESI kann eine erfolgreiche Wettbewerbsagenda jedoch nur gelingen, wenn wirtschaftliche Stärke und sozialer Fortschritt gemeinsam gedacht werden. Investitionen in Innovation, Industrie und Verteidigungsfähigkeit müssen mit Investitionen in Menschen, Qualifizierung und leistungsfähige öffentliche Dienste einhergehen.
CESI-Generalsekretär Klaus Heeger unterstrich diesen Zusammenhang: „Europa braucht mehr Wettbewerbsfähigkeit – aber nicht um den Preis schlechterer Arbeitsbedingungen. Gute Arbeit, starke öffentliche Dienste und ein funktionierender sozialer Dialog sind entscheidende Standortfaktoren und eine Grundlage für nachhaltiges Wachstum.“
Gerade der öffentliche Dienst spiele dabei eine Schlüsselrolle. Leistungsfähige Verwaltungen, Sicherheitsbehörden, Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen seien Voraussetzung dafür, dass Europa den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel erfolgreich gestalten könne. Gleichzeitig müssten diese Bereiche als attraktive Arbeitgeber gestärkt werden. Der zunehmende Fachkräftemangel zeige, dass Investitionen in gute Arbeitsbedingungen, Aus- und Weiterbildung sowie moderne Arbeitsorganisation längst zu einer Frage der europäischen Wettbewerbsfähigkeit geworden seien.
Vor diesem Hintergrund bekräftigte CESI auf ihren diesjährigen Summer Days ihre Forderung nach einem europäischen Quality Jobs Act. Diese angekündigte Initiative der Europäischen Kommission sollte einen Rahmen schaffen, um hochwertige Arbeitsplätze in allen Sektoren zu fördern. Dazu gehören aus Sicht der CESI vor allem sichere Beschäftigung, faire Entlohnung, gute Arbeitsbedingungen, breite Weiterbildungsangebote sowie die konsequente Einbindung der Sozialpartner bei der Gestaltung des digitalen und ökologischen Wandels.
„Gerade in Zeiten tiefgreifender Transformation brauchen wir einen europäischen beschäftigungspolitischen Ansatz, der wirtschaftliche Dynamik und Sicherheit für beschäftigte miteinander verbindet“, betonte Heeger. „Nur wenn die Beschäftigten den Wandel mittragen können und alle Sozialpartner aktiv eingebunden werden, wird Europa seine wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ziele erreichen. Wettbewerbsfähigkeit darf nicht über Sozialdumping oder Deregulierung erreicht werden, sondern muss auf Produktivität, Innovation, qualifizierten Beschäftigten und nicht zuletzt starken öffentlichen Institutionen beruhen.“
Die CESI Summer Days 2026 sendeten damit ein klares Signal: Europas Wettbewerbsfähigkeit und das soziale Europa sind keine Gegensätze. Sie bedingen einander – und sie setzen leistungsfähige öffentliche Dienste sowie eine starke Sozialpartnerschaft voraus.

