Faire KI und transparente Algorithmen für Beschäftigte
Die Verbreitung von KI und algorithmischem Management verändert die Arbeitswelt grundlegend. Die CESI setzt sich für faire und transparente Lösungen im Sinne der Beschäftigten ein.
Ausgangspunkt der Debatte um eine arbeitsbezogene Regulierung von KI und Algorithmen ist ein legislativer Initiativbericht des Europäischen Parlaments vom Dezember 2025, der die Europäische Kommission dazu auffordert, konkrete Maßnahmen für einen sicheren und gerechten Einsatz von KI und AM am Arbeitsplatz vorzulegen. Eine für Ende des Jahres erwartete EU-Initiative für hochwertige Arbeitsplätze („Quality Jobs Act“) soll dabei eine zentrale Rolle spielen.
CESI-Generalsekretär Klaus Heeger machte auf einer Veranstaltung mit Europaabgeordneten verschiedener Fraktionen im Europäischen Parlament am 22. April deutlich: „KI und AM bieten erhebliche Chancen für Produktivität und Innovation, birgt aber zugleich Risiken für Arbeitsbedingungen, Datenschutz und Mitbestimmung. Entscheidend sei daher, frühzeitig klare Leitplanken zu setzen, um Fehlentwicklungen zu vermeiden und Vertrauen bei den Beschäftigten zu schaffen.“
Er betonte vor allem: „Während viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Potenziale von KI grundsätzlich anerkennen, bestehen gleichzeitig erhebliche Sorgen – etwa hinsichtlich Arbeitsplatzverlusten, zunehmender Überwachung oder intransparenter Entscheidungsprozesse.“ Besonders kritisch sei der Einsatz algorithmischer Systeme bei Personalentscheidungen wie Einstellung, Bewertung oder Kündigung.
Vor diesem Hintergrund fordert CESI eine klare Regulierung auf europäischer Ebene. Zentrale Elemente sind dabei Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Rechenschaftspflicht von algorithmischen Systemen. Beschäftigte müssen verstehen können, wie Entscheidungen zustande kommen – und sie müssen die Möglichkeit haben, diese anzufechten. Ebenso wichtig ist die Gewährleistung menschlicher Kontrolle: Automatisierte Entscheidungen dürfen niemals vollständig ohne menschliches Eingreifen getroffen werden.
Außerdem muss laut CESI Diskriminierung unterbunden werden, wenn KI-Systeme bestehende Ungleichheiten verstärken können, wenn sie auf verzerrten Daten basieren. CESI setzt sich daher für strenge Vorgaben ein, die Vielfalt und Chancengleichheit in der Nutzung von KI und Algorithmen am Arbeitsplatz fördern.
Die CESI betont ferner, dass der soziale Dialog von zentraler Bedeutung sei. Die Einführung von KI am Arbeitsplatz dürfe nicht einseitig erfolgen, sondern müsse gemeinsam mit Arbeitnehmervertretungen gestaltet werden. Tarifverhandlungen und betriebliche Mitbestimmung spielten hierbei eine Schlüsselrolle. Nur so könne sichergestellt werden, dass technologische Innovationen im Einklang mit guten Arbeitsbedingungen stehen.
Auch Führungskräfte nehmen eine wichtige Vermittlerrolle ein, so die CESI. Sie müssten über die notwendigen Kompetenzen verfügen, um KI-Systeme verantwortungsvoll einzusetzen und ihre Auswirkungen auf Beschäftigte zu verstehen. Gleichzeitig brauche es klare Governance-Strukturen innerhalb von Organisationen.
Für Beschäftigte werden die kommenden Jahre entscheidend sein. Die EU steht vor der Aufgabe, einen Regulierungsrahmen zu schaffen, der Innovation ermöglicht, ohne den Schutz der Beschäftigten zu vernachlässigen. Ihr muss die Balance zwischen einem effektiven europäischen Regeln und mitunter nötiger Beinfreiheit auf nationaler und sektoraler Ebene gelingen.

