• DIALOGUE+ bringt Europas Gewerkschaften enger zusammen

DIALOGUE+ bringt Europas Gewerkschaften enger zusammen

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Mit DIALOGUE+ stärkt die CESI den Austausch europäischer Gewerkschaften und will ihre Mitsprache bei politischen Reformen und Veränderungen verbessern.

Die Europäische Union Unabhängiger Gewerkschaften (CESI) will mit ihrem neuen EU-kofinanzierten Projekt DIALOGUE+ die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ihrer Mitgliedsorganisationen stärken. Schulungen und Austauschbesuche sollen Gewerkschaftsvertreter dabei unterstützen, europäische Politik besser für ihre Arbeit vor Ort zu nutzen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Beschäftigte den digitalen und ökologischen Wandel mitgestalten und Einfluss auf Reformen nehmen können.

Das Vorhaben trifft auf eine europäische Debatte, in der Wettbewerbsfähigkeit und soziale Absicherung eng miteinander verbunden sind. Mit dem im März 2025 unterzeichneten Pakt für den europäischen sozialen Dialog haben die Europäische Kommission und die branchenübergreifenden Sozialpartner zugesagt, die Beteiligung der Sozialpartner an der Gestaltung der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik zu stärken. Auch viele der im Juli 2026 vom Rat verabschiedeten länderspezifischen Empfehlungen im Europäischen Semester verbinden Wettbewerbsfähigkeit mit sozialer Fairness. Für Gewerkschaften kommt es darauf an, solche politischen Zusagen in konkrete Mitsprache zu übersetzen.

DIALOGUE+ setzt deshalb bei den Kenntnissen und Handlungsmöglichkeiten der Arbeitnehmervertretungen an. Das auf 32 Monate angelegte Projekt wird zu 90 Prozent aus EU-Mitteln finanziert. Es vermittelt, wie der soziale Dialog zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften funktioniert und wie sich Beschäftigteninteressen in die europäische Tagespolitik einbringen lassen.

Die geplanten Schulungen verbinden Präsenzteilnahme mit digitaler Beteiligung und greifen die unterschiedlichen Herausforderungen einzelner Branchen auf. Für den öffentlichen Dienst geht es beispielsweise um Digitalisierung, Arbeitsbedingungen in Behörden und gewerkschaftliche Zusammenarbeit angesichts europäischer Reformempfehlungen. Im Gesundheitswesen stehen Personalengpässe und die Zukunft öffentlicher Gesundheitssysteme im Fokus; im Bildungsbereich sollen unter anderem Lehrkräftemangel und unsichere Beschäftigung behandelt werden. Auch junge Gewerkschafter erhalten ein eigenes Schulungsangebot.

Für Beschäftigte und Interessenvertretungen im dbb bietet das Projekt damit Anknüpfungspunkte, um Erfahrungen mit europäischen Partnern auszutauschen und gemeinsame Anliegen gegenüber Politik und Arbeitgebern zu vertreten.

Besonders praxisnah soll ein im Projekt vorgesehenes Austauschprogramm werden: Vorgesehen sind 20 jeweils zweiwöchige Besuche von Vertretern von Mitgliedsorganisationen der CESI bei anderen Mitgliedsorganisationen in Europa oder im Generalsekretariat in Brüssel. Die Teilnehmer sollen gewerkschaftliche Arbeit und Verhandlungsprozesse in anderen Ländern kennenlernen und daraus Strategien für die eigene Organisation entwickeln. Ein anschließender Politikdialog in Brüssel soll den Austausch mit EU-Institutionen vertiefen.

Zum Projektabschluss sind eine europäische Konferenz und gemeinsame Empfehlungen für eine stärkere gewerkschaftliche Beteiligung an europäischen und nationalen Reformprozessen vorgesehen. Praxisleitfäden und eine digitale Austauschplattform sollen die Ergebnisse auch über die Projektlaufzeit hinaus zugänglich machen. Die CESI will so aus einzelnen Begegnungen eine dauerhafte Zusammenarbeit entwickeln, die Beschäftigteninteressen in der europäischen Politik mehr Gewicht verleiht.

Weitere Informationen zum Projekt sind auf der Website der CESI einsehbar. 

 

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