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    dbb-Chef Volker Geyer auf dem vbba-Gewerkschaftstag

Gewerkschaftstag vbbaÖffentlicher Dienst: Weg vom „Überforderungssystem“

Seit Jahren steigt die Arbeitsverdichtung in den Behörden – und bald steht der nächste große Umbruch an.

Politik & Positionen

„Viele Beschäftigte im öffentlichen Dienst arbeiten am Limit. Aufgaben werden immer mehr und komplexer, die Fallzahlen steigen, die Anforderungen nehmen zu. Der Fachkräftemangel verstärkt diese Überlastung zusätzlich“, kritisierte der dbb-Bundesvorsitzende Volker Geyer am 29. Mai 2026 auf dem Gewerkschaftstag der vbba Gewerkschaft Arbeit und Soziales. Die Beschäftigten – aber auch die Bürgerinnen und Bürger – erleben täglich, dass die Qualität leidet, obwohl der Anspruch ein ganz anderer ist. „Das ist kein individuelles Problem, sondern ein strukturelles und politisches Problem“, machte Geyer klar.

Wer einen starken Staat will, muss die Beschäftigten stärken

Denn wer immer neue Aufgaben auf die Schultern der Beschäftigten lege, müsse gleichzeitig für ausreichend Personal, gute Ausstattung und klare Strukturen sorgen. „Ein Überforderungssystem gefährdet letztlich die Gesundheit der Kolleginnen und Kollegen ebenso wie das Vertrauen der Menschen in den Staat“, unterstrich Geyer. „Wer einen starken Staat will, der muss die Beschäftigten stärken. Das bedeutet ganz konkret: mehr Personal, bessere Arbeitsbedingungen, verlässliche IT-Strukturen und vor allem: Vertrauen in die Expertise der Beschäftigten.“

Gerade ein Sozialstaat, der ständig umgebaut wird, ohne die Praxis mitzudenken, überfordere seine Beschäftigten wie die Bürgerinnen und Bürger. Geyer weiter: „Ständig neue Reformen, ständig neue Vorgaben, ständig neue politische Eingriffe: Das führt zu einem enormen Druck auf die Beschäftigten. Wir müssen weg von einer Politik, die immer neue Erwartungen formuliert, ohne die Voraussetzungen zu schaffen.“ 

Umbau des Sozialstaates in Sichtweite

Ende Januar hat die Kommission zur Sozialstaatsreform ihren Abschlussbericht an die Bundesarbeitsministerin übergeben. Für den dbb-Chef hat das eine besondere Größenordnung: „Wir sprechen hier nicht über eine kleine Korrektur im System, sondern über einen tiefgreifenden Umbau unseres Sozialstaates. Verwaltung, Beschäftigte und vor allem die Bürgerinnen und Bürger wird das alles gleichermaßen betreffen.“ 

Viele Ziele der Kommission seien richtig, aber gute Ziele allein reichen nicht aus. „Es kommt darauf an, wie wir diesen Umbau gestalten. Das ist ein struktureller Eingriff mit erheblichen Folgen für Arbeitsplätze, Arbeitsbelastung und Organisationsstrukturen. Reformen dürfen nicht über die Köpfe der Beschäftigten hinweg entschieden werden“, so Geyer. Stattdessen müssten sie von Anfang in den Reformprozess eingebunden werden.

Gewalt gegen Beschäftigte keine Einzelfälle mehr

Geyer sprach auch über Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst: „Immer mehr Menschen im öffentlichen Dienst haben Angst im Job. Sie fühlen sich als Zielscheibe für Gewalt und blindem Zorn und finden oftmals nicht die Unterstützung, die sie sich erhoffen. Wir sprechen hier nicht mehr von Einzelfällen. Wir erwarten deshalb konsequentes Vorgehen gegen Angriffe, eine systematische Erfassung der Vorfälle und wirksame Präventionsmaßnahmen“, forderte der Bundesvorsitzende.

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