Deutsche Zoll- und Finanzgewerkschaft (BDZ)

Zoll-Jahresbilanz 2020 vorgestellt – Dewes sieht viele offene Baustellen

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat am 3. Mai 2021 gemeinsam mit der Präsidentin der Generalzolldirektion, Colette Hercher, die Bilanz des deutschen Zolls für das Jahr 2020 vorgestellt. BDZ-Chef Dieter Dewes würdigte die Erfolge seiner Kolleginnen und Kollegen, mahnte aber zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen.

„Wir sind unseren Kolleginnen und Kollegen für ihr außerordentliches Engagement und ihren täglichen Einsatz äußerst dankbar“, betonte Dewes. „Die Zöllnerinnen und Zöllner stellen ihre Zuverlässigkeit auch in diesen unsicheren und schwierigen Zeiten erneut unter Beweis und stehen als Garant für Sicherheit und Verlässlichkeit. Trotz der gegebenen und teilweise hausgemachten Probleme und Herausforderungen bekämpfen sie effektiv illegale Beschäftigung und Schwarzarbeit sowie die unterschiedlichsten Formen von Geldwäsche und erledigen nicht zuletzt das zöllnerische Kerngeschäft: die Bekämpfung der Schmuggelkriminalität.“

Kritik übte der BDZ-Bundesvorsitzende unter anderem an der verschleppten Digitalisierung des Zolls. Weder gebe es moderne Smartphones für die Beschäftigten, noch sei der Umstieg von analoger Technik zum Digitalfunk erfolgt. Mit Blick auf die gestiegenen Drogenfunde mahnte Dewes außerdem eine weitere personelle Stärkung des Zolls an: „Hier werden zunehmend kriminelle Strukturen geschaffen, deren Professionalisierung sich in Form von Geldwäsche mit mehr als 100 Milliarden Euro pro Jahr allein in Deutschland zuspitzt. Und wir kratzen weiterhin nur an der Spitze des Eisbergs.“ Ein Teil der personellen Investitionen müsse auch in den Ausbau der Aufstiegsmöglichkeiten und somit in der Förderung der Erfahrungswerte von leistungsstarken Zöllnerinnen und Zöllner gesteckt werden.

 

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