Demografiegipfel der Bundesregierung

Vereinbarkeit von Familie und Beruf bleibt Herausforderung für den öffentlichen Dienst

Mit Blick auf den zweiten Demografiegipfel der Bundesregierung am 14. Mai 2013 in Berlin betonte Helene Wildfeuer, Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung, die zentrale Verantwortung der öffentlichen Arbeitgeber beim demografiebedingten Strukturwandel der Arbeitswelt: „Der öffentliche Dienst hat seine Stellung als Wirtschaftsfaktor für Deutschland erkannt und muss beim Fachkräftemangel auch in Zukunft konkurrenzfähig sein“, sagte Helene Wildfeuer und verwies auf die besondere Verantwortung der Dienstherrn gegenüber den überwiegend weiblichen Beschäftigten in den öffentlichen Verwaltungen. „Familienfreundlichkeit ist ein wichtiges Fortentwicklungsziel. Wir können es uns im öffentlichen Dienst nicht leisten, auf das Knowhow der vielen gut ausgebildeten Frauen zu verzichten. Denn nur mit ihnen können wir dem Fachkräftemangel effektiv begegnen“, stellte die Vorsitzende klar.

Als Mitglied der Arbeitsgruppe A „Familie als Gemeinschaft stärken“ hatte sich Helene Wildfeuer neben Kirsten Lühmann, stellvertretende dbb Vorsitzende und Elke Stirken, Geschäftsführungsmitglied der dbb bundesfrauenvertretung, an der Entwicklung der Demografiestrategie der Bundesregierung beteiligt.

Auch die klammen Haushalte der Kommunen dürfen aus Sicht Helene Wildfeuers nicht zulasten weiblicher Beschäftigter gehen. „Der öffentliche Dienst muss zielgruppenorientiert haushalten. Das heißt, neben einer familiengerechten Arbeitszeitpolitik muss auch eine geschlechtergerechte Haushaltspolitik verfolgt werden“, forderte Wildfeuer. Weitere Arbeitsverdichtung aufgrund knapper Personalmittel sei in jedem Fall abzulehnen. Zudem kritisierte sie die unzureichenden Regelungen zur Teilzeit. Ein eindeutiger Rechtsanspruch auf Inanspruchnahme von Teilzeit für alle Beschäftigten mit Rückkehrgarantie zur Vollzeit würde hier Klarheit schaffen, betonte Wildfeuer.

Darüber hinaus forderte Helene Wildfeuer von der Politik mehr finanzielle Entlastung für berufstätige Eltern, unabhängig von ihrem familiären Stand: „Um Frauen eine Erwerbstätigkeit zu gewährleisten, die ihnen eine ausreichende Altersversorgung verspricht, ist es notwendig, haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich besser zu berücksichtigen als bisher und berufsbedingte Kinderbetreuungskosten in voller Höhe als Werbungskosten in der Einkommenssteuererklärung geltend machen zu können.“

Zum Zweiten Demografiegipfel der Bundesregierung werden neben Bundeskanzlerin Angela Merkel zahlreiche Bundes- und Landesminister, Abgeordnete, Spitzenvertreter von Gewerkschaften, Sozialverbänden und Wissenschaftseinrichtungen, Bürgerinnen und Bürger erwartet. Die neun Arbeitsgruppen, die sich auf dem Ersten Demografiegipfel am 4. Oktober 2012 konstituiert hatten, wollen erste Arbeitsergebnisse vorstellen und Bürgerfragen beantworten.

 

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