Verbleib in der gesetzlichen Krankenversicherung kann sich lohnen

Die Zweite Vorsitzende der dbb bundesseniorenvertretung, Uta Kramer-Schröder, hat am 17. Juli 2014 die fehlende Beratung gesetzlich krankenversicherter Ehefrauen von Beamten, die ihre Erwerbstätigkeit wegen Kinderbetreuung oder der Pflege Angehöriger unterbrechen, kritisiert. Viele von ihnen würden während dieser Zeit ihre Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung beenden und sich privat mit Beihilfeanspruch über ihren Ehemann versichern. „Sie werden aber nicht darüber aufgeklärt, dass dies sehr teuer werden kann“, so Uta Kramer-Schröder.

Die Wiederaufnahme einer versicherungspflichtigen Erwerbstätigkeit nach der Unterbrechung reiche nicht ohne weiteres aus, um später Pflichtmitglied in der Krankenversicherung für Rentner (KVdR) werden zu können. Vielmehr sei Voraussetzung, dass die Betroffenen in der zweiten Hälfte ihrer Lebensarbeitszeit zu 90 Prozent Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung waren. Die zugrundezulegende Lebensarbeitszeit beginne mit der Aufnahme der ersten Berufstätigkeit. Habe eine Erwerbstätige also mit 18 Jahren im Jahr 1970 eine Lehre begonnen und sei 2010 in Rente gegangen ist, müsse sie in den letzten 20 Jahren, also ab 1990, 18 Jahre Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung gewesen sein. Dies aber gelinge vielen Frauen nicht mit der Folge, dass sie nur freiwilliges Mitglied in der KVdR sein könnten und bei der Berechnung ihres Beitrags nicht nur die eigene Rente, sondern auch andere Einkünfte und Einkünfte des Ehepartners zugrundegelegt werden, so dass häufig ein Großteil der Rente für den Beitrag aufgebraucht werde.

Kramer-Schröder forderte eine Beratung zum Zeitpunkt der Unterbrechung der Erwerbstätigkeit, damit die Betroffenen nicht erst dann mit dieser Situation konfrontiert würden, wenn die Konsequenzen nicht mehr zu ändern seien. So könne frühzeitig festgestellt werden, dass man auch bei Unterbrechung der Erwerbstätigkeit freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben und damit das Problem umgehen könne.

 

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