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    Pascal Koch, Bundesvorsitzender des BvLB, und dbb-Vize Andreas Hemsing im Dialog über die Zukunft der beruflichen Schulen und ihre Schlüsselrolle für die Fachkräfte von morgen.
  • Haben an dem Austausch teilgenommen (von links): Andreas Hilgenberg (stv. Vorsitzender BvLB), Sascha Alles (Landesvorsitzender dbb-saar), Andreas Hemsing (2. Vorsitzender dbb beamtenbund und tarifunion), Sabine Peters-Klein (stv. Schulleiterin K BBZ Saarlouis), Reiner Groß (Referatsleiter C7, Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes) Patrick Weiskopf (Abteilungsleiter K BBZ Saarlouis), Dirk Bremer (Schulleiter K BBZ Saarlouis), Nicole Stephan (Referatsleiterin C5, Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes), Dominik Berdin (Bundesschatzmeister BvLB) und Pascal Koch (Bundesvorsitzender BvLB)
  • In der Diskussionsrunde mit Lehrkräften des KBBZ Saarlouis standen aktuelle Probleme in der beruflichen Bildung im Fokus.

Zustand der beruflichen SchulenÜberlastete Lehrkräfte: So kann das nicht weitergehen

Lehrkräfte an beruflichen Schulen sind für die Weiterentwicklung des Berufsbildungssystems unverzichtbar. Sie bereiten zukünftige Generationen für den Arbeitsmarkt vor.

Bildung

Andreas Hemsing, Zweiter Vorsitzender des dbb und Fachvorstand Tarifpolitik, hat sich am 22. Oktober 2026 bei einem Besuch im Kaufmännischen Berufsbildungszentrum (KBBZ) Saarlouis ein Bild von der Lage vor Ort gemacht. 

Im Gespräch mit Vertretern der Schulaufsicht, des Ministerium und den Lehrkräften ging es um die aktuellen Herausforderungen im Unterricht: „Die Hauptaufgabe der Lehrkräfte ist natürlich die Lehre“, sagte Hemsing. „Aber es werden immer mehr und mehr Aufgaben auf sie abgeladen. Für die Schülerinnen und Schüler werden die Lehrkräfte zunehmend zu Jugendpsychologen und Lebensberatern. Zudem werden sie mit Bürokratie überladen – das macht sie zusätzlich zu Verwaltungsfachangestellten und nimmt damit wertvolle pädagogische Ressourcen.“

Dadurch werde es zunehmend schwieriger, den pädagogischen Auftrag in vollem Umfang zu erfüllen. Die Gesamtsituation stelle eine zunehmende Belastung dar, zumal kein Ausgleich für die Mehrarbeit erfolgt, weder durch ein höheres Einkommen noch durch mehr Arbeitszeit. „So kann das nicht weitergehen“, stellte Hemsing klar.

Erschwerend kommt hinzu: Lehrkräfte müssen mittlerweile verstärkt Bildungslücken bei den ankommenden Schülerinnen und Schülern schließen. Das betreffe vor allem Sprachkenntnisse und grundlegende Kompetenzen wie Mathematik oder Problemlösefähigkeit.

Berufliche Schulen als Chance für den öffentlichen Dienst

Am KBBZ Saarlouis wurde die Fachoberschule Verwaltung sowie Steuer und Finanzen eingeführt, die auf einer engen Verzahnung von öffentlicher Verwaltung und Unternehmen basiert. So werden vor dem Hintergrund rückläufiger Bewerberzahlen, Bildungs- und Schulabbrüchen und einer zunehmen beruflichen Orientierungslosigkeit Wege des Zugangs zu den vielfältigen beruflichen Möglichkeiten im öffentlichen Sektor geschaffen. 

Hemsing hob die Bedeutung der strategischen Kooperationen hervor: „Wir haben überall im öffentlichen Dienst mit Personalmangel zu kämpfen – konkret sind über 630.000 Stellen im öffentlichen Dienst unbesetzt. Projekte, die gut ausgebildete Fachkräfte in den Staatsdienst bringt, sind daher Gold wert.“

Hemsing bezog auch Position zur steigenden Gewalt an den Schulen: „Gewalt hat an den Schulen keinen Platz. Die Lehrkräfte, genau wie die Schülerinnen und Schüler, haben ein Recht auf einen Unterricht, bei dem sie nicht mit Übergriffen rechnen müssen.“ 

Nötig seien starke und konsequente Schutz- und Präventionsmaßnahmen. „Die steigende Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst beschäftigt uns sehr“, erklärte der dbb-Vize. „Wir brauchen klare Alarm- und Notfallpläne, Deeskalations- und Sicherheitstrainings für Schulpersonal sowie eine bessere psychosoziale Unterstützung für Betroffene.“

Hintergrund: Organisiert hatte das Treffen der Bundesverband der Lehrkräfte für Berufsbildung e.V. (BvLB).

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