Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL)

Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn: Weselsky kritisiert „Scheinofferte“

Die GDL hat das jüngst von der Deutschen Bahn (DB) vorgelegte Angebot im Tarifkonflikt geprüft. Dass der DB-Vorstand in diesem Zusammenhang von einem „zweiten und erweiterten Angebot“ spricht, erfüllt für GDL-Chef und dbb Vize Claus Weselsky den Tatbestand der Täuschung.

„Es handelt sich weder um ein ernsthaftes noch um ein erweitertes Angebot, sondern um eine vor Falschbehauptungen nur so strotzende Scheinofferte, mit dem Ziel, die GDL in der Öffentlichkeit als irrational darzustellen“, so der GDL-Bundesvorsitzende am 6. Juli 2021. In einem dazu veröffentlichten Faktenpapier habe die GDL daher den Behauptung der DB nachweisbar die entsprechenden tatsächlichen Sachverhalte entgegengestellt. „Damit tritt für jeden offen erkennbar zu Tage, mit welchen Mitteln der Konzern versucht, die einzig kritische Gewerkschaft im Eisenbahnmarkt mundtot zu machen.“

Als Beispiel für das „vorsätzliche Verschweigen und Verdrehen von Tatsachen durch den Arbeitgeber“ nannte Weselsky das aktuelle „erweitere Entgeltangebot“, nachdem es eine Entgelterhöhung von 3,2 Prozent über 40 Monate Laufzeit (ohne Corona-Beihilfe) geben soll. Damit liege das Angebot jedoch noch unter der Einigungsempfehlung aus der Schlichtung 2020, die die GDL bereits damals als unzureichend abgelehnt habe. Von einer Erweiterung des Angebots könne damit weder an dieser noch an anderer Stelle die Rede sein. „Offenbar hat die DB jeden Bezug zur Realität verloren. Weder kennt sie bestehende tarifvertragliche Regelungen, noch hat sie verstanden, dass die GDL eine faire Teilhabe ihrer Mitglieder verlangt“, so der GDL-Chef.  In Kürze werde daher die Urabstimmung der GDL-Mitglieder eingeleitet, deren Ergebnis am 9. August 2021 feststehen soll.

 

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