Tag des Zustellers: DPVKOM will Arbeitsüberlastung stoppen

Mit dem Tag des Zustellers, der von der Kommunikationsgewerkschaft DPV (DPVKOM) am 6.Juni 2017 zum dritten Mal ausgerufen wurde, will die Gewerkschaft der Beschäftigten in Kommunikations- und Logistikunternehmen auf die Überlastung vieler Zusteller der Deutschen Post aufmerksam machen. „Angesichts des nach wie vor viel zu hohen Krankenstandes und des Personalmangels sind die Beschwerden von Postkunden in Bezug auf die Zustellung von Briefen und Paketen nicht wirklich überraschend. Wir fordern die Deutsche Post auf, zusätzliches Personal einzustellen und die krankmachende Arbeitsbelastung der Zusteller schnellstmöglich zu stoppen. Die Verantwortlichen im Unternehmen müssen endlich begreifen, dass die Deutsche Post die Qualitätsführerschaft auf dem Brief- und Paketmarkt nur mit genügend, gut ausgebildetem und gesundem Personal behaupten kann“, sagte der DPVKOM-Bundesvorsitzende Volker Geyer.

Viele der insgesamt etwa 108 000 Brief-, Verbund- und Paketzusteller könnten die vorhandene Arbeitsmenge und immer größer werdende Zustellbezirke nicht mehr bewältigen. Der Anteil schwerer Werbepost und die Anzahl von Paketen, die in der vorgesehenen Arbeitszeit ausgeliefert werden müssen, steige kontinuierlich an. Jede Neubemessung der Zustellbezirke führe dazu, dass ein Zusteller zusätzliche Haushalte zu bedienen habe. Viele Beschäftigte seien daher mittlerweile nur noch im Laufschritt unterwegs und starten mit ihrer Arbeit vor dem eigentlichen Dienstplanbeginn. Die permanente Arbeitsüberlastung führe wiederum dazu, dass sie krankheitsbedingt ausfallen. So liegt der derzeitige Krankenstand im Unternehmen in zahlreichen Briefniederlassungen im zweistelligen Bereich. Geyer: „Die Zusteller brauchen für ihre Zustelltouren realistische Zeitvorgaben und funktionierende Arbeitsmittel, die die körperlich hohe Belastung reduzieren. Es kann beispielsweise nicht sein, dass defekte Fahrradschläuche für Postfahrräder aus Kostengründen nicht zeitnah ausgetauscht oder repariert werden. Gleichzeitig fehlen bei der Deutschen Post mehrere Tausend Zusteller. Fallen Beschäftigte krankheitsbedingt aus, ist oftmals kein Vertreter da, der die Post des erkrankten Kollegen dann zustellt.“

Die Folge davon sei, dass Postkunden mitunter mehrere Tage auf ihre Briefe warten müssen. Zu Jahresbeginn wurden die Briefniederlassungen und die Regionalgesellschaften der DHL Delivery einmal mehr verpflichtet, die Ausgaben und Personaleinstellungen zu unterlassen, die aus Sicht des Arbeitgebers nicht betriebsnotwendig sind. Damit spare das Unternehmen aus Gründen der Gewinnmaximierung an der völlig falschen Stelle. Geyer: „Die Brief- und Paketboten genießen in der Bevölkerung nach wie vor ein hohes Ansehen. Von Seiten der Deutschen Post ist das nicht mehr der Fall. Diese sieht die Mitarbeiter nur noch als Kostenfaktor.“

 

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