Tarifkonflikt Kommunaler Nahverkehr Bayern

Streik wird zum Familientag auf dem Oktoberfest unterbrochen

Als „Geste des guten Willens“ werden die Beschäftigten des Kommunalen Nahverkehrs Bayern in München, die in der GDL unter dem Dach der dbb tarifunion organisiert sind, ihren Streik am morgigen Dienstag ab 4.00 Uhr unterbrechen. Der 28. September ist der 2. Familientag auf dem Oktoberfest.

„Wir wollen den Eltern und ihren Kindern an diesem Tag einen ungestörten Besuch der Wiesn ermöglichen“, sagte Willi Russ, 2. Vorsitzender der dbb tarifunion und Verantwortlicher für die Tarifverhandlungen Kommunaler Nahverkehr Bayern. „An unserem Grundanliegen ändert das nichts“, fügte er hinzu. „Unsere Forderung nach angemessener Einkommenserhöhung und besseren Arbeitszeitregelungen für die Kolleginnen und Kollegen halten wir uneingeschränkt aufrecht.“ Auch an die Zielsetzung, Verbesserungen allen Beschäftigten, also auch den anders Organisierten, zugute kommen zu lassen, werde festgehalten.

„Fahrer, Kontrolleure und Servicepersonal haben deutlich gemacht, dass sie die ignorante Haltung der Arbeitgeber als Missachtung ihrer Arbeit empfinden und nicht hinnehmen werden. Wir fordern deshalb den Kommunalen Arbeitgeberverband Bayern nochmals auf, endlich Gespräche mit uns aufzunehmen“, sagte Russ. „Warum soll in Sachen Arbeitszeit bei der MVG nicht gehen, was bei der Münchener S-Bahn längst gängige Praxis ist?“ Russ dankte allen Streikenden für den bisher gezeigten engagierten Einsatz und erinnerte daran, dass GDL und dbb tarifunion mit den Streiks vom 10., 15. und den Aktionen seit dem 24. September 2010 immer das Gesprächsangebot an die Arbeitgeber verbunden hatten. „Das gilt von unserer Seite auch weiterhin“, machte Russ klar.

Am vergangenen Wochenende hatte der Ausstand die Personenbeförderung mit U-Bahn, Straßenbahn und Bussen in München, Nürnberg und Augsburg empfindlich beeinträchtigt. „Über 55 Prozent der Dienstschichten wurden bestreikt“, zog Willi Russ eine vorläufige Bilanz. Die „Märchenstunde von Herrn König“ zu den Auswirkungen gehöre ins Reich der Fabeln, Taktungen bei der U-Bahn mussten verlängert werden, auch bei Bussen und Trambahnen kam es zu Ausfällen und Verspätungen.

Über ihr weiteres Vorgehen werden GDL und dbb tarifunion kurzfristig informieren.

 

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