Verband Bildung und Erziehung (VBE)

Prüfungen abstimmen

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) hat am 11. Januar 2021 vergeblich darauf hingewiesen, dass Prüfungen und Leistungsmessung allgemein abgestimmt werden müssen. Nun geht das erste Bundesland einen Sonderweg.

Die Berliner Bildungssenatorin Sandra Scheeres hat die schriftlichen Prüfungen für den Mittleren Schulabschluss (MSA) abgesagt. „Zwar schafft sie damit Planungssicherheit für Berliner Schülerinnen und Schüler sowie deren Lehrkräfte, ein abgestimmtes Vorgehen sieht aber anders aus“, kritisierte der Bundesvorsitzende des VBE, Udo Beckmann. „Die Kultusministerkonferenz (KMK) ist in der Pflicht, sich schnellstmöglich abzustimmen. Den Schülerinnen und Schülern dürfen aus der aktuellen Situation keine Nachteile für ihren weiteren Lebensweg entstehen. Die Anerkennung der Bildungsabschlüsse über Landesgrenzen hinweg ist daher Pflicht. Außerdem ist zu regeln, welche Prüfungen oder Leistungen für Abschlüsse erbracht werden müssen. Alleingänge kann hierbei niemand gebrauchen. Es bedarf bundesweit anerkannter rechtssicherer Regelungen“, forderte Beckmann.
 

Der VBE-Bundesvorsitzende unterstrich seine Forderung auch mit Blick auf den Wunsch von 60 Prozent der Bürgerinnen und Bürger, Bildungspolitik zentral zu organisieren (Ifo-Bildungsbarometer 2020): „Der Föderalismus ist Grundfeste unseres Landes. Anstatt erlebbar zu machen, welche Vorteile es hat, sich in einem individualisierbaren System auf gemeinsame Eckpfeiler zu verständigen, beweisen die Kultusministerien lieber, wie verstörend es ist, wenn jedes Land eigene Regelungen erlässt. Umso wichtiger ist jetzt, dass die KMK ein abgestimmtes und entsprechend der jeweiligen Infektionslage in der Region nachvollziehbares Vorgehen beschließt. Dazu gehört, dass dem Stufenplan zur Beschulung allgemein und dem Stufenplan zur Wiederaufnahme des Schulbetriebs jeweils klare Indikatoren zugewiesen werden.“

 

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