Nordrhein-Westfalen

Prioritäten zur Stärkung des öffentlichen Dienstes skizziert

In einem Gespräch mit dem Vorstand der Grünen-Landtagsfraktion am 11. März 2022 hat Roland Staude, 1. Vorsitzender des DBB NRW, einige Eckpunkte für die notwendige Stärkung des öffentlichen Dienstes in den kommenden Jahren skizziert.

Ein ganz zentrales Thema bleibe nach wie vor die Steigerung der Attraktivität des öffentlichen Dienstes als Arbeitgeber. Staude wies erneut darauf hin, dass der Gesetzentwurf der gegenwärtigen Landesregierung zwar eine schöne Überschrift trage, inhaltlich aber keinesfalls überzeuge. Es gebe noch sehr viel zu tun. Insbesondere sei für viele Bewerber die Möglichkeit, im Homeoffice arbeiten zu können, ein ganz zentrales Kriterium. „Es muss deshalb einen Anspruch auf Homeoffice geben“, forderte Staude. Und es brauche ein tragfähiges Konzept, das bezüglich des Arbeits-, Daten- und Gesundheitsschutzes überzeuge.

Homeoffice spiele auch mit Blick auf die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Beschäftigten eine große Rolle. Denn es bleibe nicht folgenlos, wenn sie für ihre Vorgesetzten über weite Strecken nicht sichtbar seien. Hier stelle sich die Frage, welche Auswirkungen dies für ihre Beurteilung und somit für ihre Karriere habe. Für Frauen, die häufig in Teilzeit arbeiten, um Karriere, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, verschärfe sich diese Problemlage noch zusätzlich. Eine Definition verbindlicher Beurteilungskriterien sei deshalb auch mit Blick auf die Gleichstellungsthematik von großer Bedeutung.

Mit Blick auf den Personalmangel betonte die DBB-NRW-Spitze, dass es zunehmend schwieriger werde, Fachkräfte für den öffentlichen Dienst zu gewinnen. Eine besonders gefragte Berufsgruppe, so der 2. Vorsitzender des DBB NRW Stefan Behlau, seien Sozialpädagogen. Diese würden für Kitas und Schulen aber auch im Pflegebereich händeringend gesucht. Hier komme es sehr darauf an, die Einstellungskriterien für Seiteneinsteiger zu erleichtern und zusätzlich regelmäßige Weiterbildungsmöglichkeiten anzubieten, um professionelle Standards zu sichern.

 

zurück
Rechtsprechung

Rechtsprechung