• Gewichtung Frauen und Männer

Frauenquote für die öffentliche Wirtschaft

Öffentliche Hand muss Einfluss auf die Frauenförderung in Führungsetagen nehmen

„Die öffentliche Hand als Gesellschafter muss aktiv Einfluss auf die Frauenförderung in den Führungsetagen nehmen. Bei der Ausgestaltung eines entsprechenden Gesetzes muss auf die Besonderheiten der öffentlichen Betriebe genau geachtet werden. Ziel muss es vor allem auch sein, mehr Transparenz bei der Besetzung von Vorstandsposten und der Wahl neuer Aufsichtsratsmitglieder herzustellen.“ Mit dieser Forderung sprach sich die Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung Helene Wildfeuer am 10. Februar 2014 erneut für eine gesetzliche Frauenquote zur Besetzung von Führungspositionen in der Wirtschaft und den Betrieben mit öffentlicher Beteiligung aus. Auf der Frauenfachtagung des DBB NRW in Düsseldorf verwies sie auf vorab veröffentlichte Zahlen aus dem Public Women on Board Index, den die Initiative „Frauen in die Aufsichtsräte e.V.“ (FiDAR) im Frühjahr 2014 vorlegen wird. Danach sei der Frauenanteil in den Geschäftsleitungen der Unternehmen mit öffentlicher Beteiligung oft noch niedriger als in der Privatwirtschaft.

Helene Wildfeuer machte deutlich, dass die Einführung einer Frauenquote mit einem Bewusstseinswandel auch in der Unternehmenskultur der öffentlichen Hand einhergehen müsse. „Eine Frauenquote allein schafft noch kein familienfreundliches und diskriminierungsfreies Arbeitsklima. Was der öffentliche Dienst neben Quotenregelungen dringend angehen muss, in Betrieben und Behörden gleichermaßen, ist eine geschlechtergerechte Gestaltung möglicher Personalentwicklungskonzepte. Neben flexiblen Arbeitszeitmodellen und ausreichenden, qualitativ hochwertigen Kinderbetreuungsangeboten bedarf es einer klaren Abkehr von der männlich geprägten Arbeitskultur. Dazu gehört auch die Selbstverständlichkeit, Führungspositionen in Teilzeit auszuschreiben und zu besetzen. Wir müssen weg vom Präsenzzwang am Arbeitsplatz“, so die Vorsitzende.

Der von FiDAR initiierte Public Women on Board Index ist das erste Ranking von Unternehmen der öffentlichen Hand nach dem Frauenanteil in Aufsichtsrat und Geschäftsführung. Erstmals sollen damit belastbare Daten zum Anteil von Frauen in den Spitzengremien öffentlicher Unternehmen vorgelegt werden. Das Projekt wird von Professor Ulf Papenfuß von der Universität Leipzig wissenschaftlich begleitet und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

 

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