Bund Deutscher Forstleute (BDF)

Notfallplan für den Wald vorgestellt

Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) hat angesichts des „Waldsterbens 2.0“ bereits den Klimanotstand für den Wald ausgerufen. Am 28. August 2019 hat die Gewerkschaft nun einen nach dem Begründer des Begriffs „Nachhaltigkeit“ benannten „Carlowitz-Plan“ mit Ideen und Forderungen zur Rettung der Wälder vorgelegt.

„Viele Forstleute und WaldbesitzerInnen stehen in diesen Tagen vor den Trümmern jahrelanger Arbeit und dem Engagement von Generationen. In wenigen Wochen und Monaten haben Stürme, Dürre und in der Folge Insekten und andere Organismen ganze Lebenswelten zerstört. Gewissheiten sind quasi über Nacht zerplatzt. Nicht nur die naturfernen Nadelbaumreinbestände lösen sich auf. Auch in den naturnahen Laubwäldern sterben flächenweise die Altbäume. Die Buche – der Mutterbaum unserer Wälder-– vertrocknet in so nicht erwartetem Maße“, so BDF Chef Ulrich Dohle.

In der jetzigen Situation gehe es zunächst darum, Schadensbegrenzung zu betreiben und die Regenerationsfähigkeit der Walder zu erhalten. Der „Carlowitz-Plan“ des BDF umfasse zehn wesentliche Punkte: 1. 1 Milliarde junge Bäume für den Wald zur Wiederbewaldung der Kahlflächen. 2. Waldumbau und Waldmehrung konsequenter vorantreiben. 3. Waldfreundliche Jagd gewährleisten. 4. 10.000 Forstleute zusätzlich für den Wald. 5. Bildung eines Schwerpunktes Klima- und Naturwaldforschung in der Forstwissenschaft und Überprüfung der Waldbaukonzepte auf ihre Zukunftstauglichkeit. 6. Gründung eines Bundesamtes für Wald. 7. Gewährleistung der öffentlich finanzierten forstlichen Betreuung des (Klein-)Privatwaldes. 8. Anteil der stofflichen Nutzung von Holz erhöhen. 9. Klimabeitrag der Forst- und Holzwirtschaft. 10. Fazit: Mindestens zwei Milliarden Euro für den Wald aus Bundesmitteln für die nächsten zehn Jahre.

Dohle stellte heraus: „In den letzten Jahrzehnten wurde etwa die Hälfte des Forstpersonals abgebaut. Diese Entwicklung muss umgekehrt werden. Geld alleine wird es nicht richten. Irgendjemand muss die notwendigen Maßnahmen auch umsetzen.“ Die Politik habe nun die Aufgabe, die vielen guten Ideen für den Wald zu bündeln und einen langen Atem zu beweisen.

 

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