Nachwuchsgewinnung: Bundesregierung beantwortet Anfrage

„Wir müssen in Sachen Personal im öffentlichen Dienst jetzt endlich in die Pötte kommen“, kommentierte dbb jugend-Vorsitzende Sandra Hennig die Ergebnisse der Kleinen Bundestagsanfrage der Linksfraktion an die Bundesregierung, die gemeinsam mit der dbb jugend erarbeitet worden war, nach Abschluss der Auswertung am 29. Juni 2012 in Berlin.

„Einmal mehr zeigt sich, dass der Bedarf an qualifiziertem Berufsnachwuchs im öffentlichen Dienst aufgrund des massiven Stellenabbaus der vergangenen Jahre, der anstehenden Altersabgänge und den Auswirkungen des demografischen Wandels enorm und nicht zu unterschätzen ist“, so Hennig. Maßnahmen, die dem wirksam entgegensteuerten, müssten auf breit angelegter Front erfolgen: „Punktuelle Reaktionen wie das Fachkräftegewinnungsgesetz sind zu begrüßen, aber was wir vor allem brauchen, ist eine nachhaltige Personalwirtschaftsstrategie für den öffentlichen Dienst.“ Anderenfalls werde man den Wettbewerb um die besten Köpfe mit der Wirtschaft nicht gewinnen. „Jedes professionelle Unternehmen am freien Markt evaluiert seit Jahren permanent Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt, innerhalb wie außerhalb des Betriebsgeländes. Der Personalchef weiß exakt, welches Budget und welche Goodies ihm für Rekrutierung und Ausbildung zur Verfügung stehen, und er hat eine Personalstrategie für die nächsten 20 Jahre in der Schublade. Das muss auch der öffentliche Dienst hinbekommen, sonst sehen wir in Zukunft im wahrsten Sinne des Wortes alt aus“, warnte die dbb jugend-Chefin.

Aus der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage (Drucksache 17/9268) geht u.a. hervor, dass sich der Stellenbedarf der Bundesverwaltung wegen Altersabgängen bis 2017 auf tausende neu zu besetzender Stellen beläuft. Unumwunden räumt die Bundesregierung ein, dass insbesondere im technischen Dienst „die für den Bedarf notwendigen qualifizierten Bewerbungen in den letzten Jahren insbesondere in den derzeitigen Mangelfachgebieten nicht erreicht worden“ sind. Hierzu zählten v.a. Informationstechnik und Elektronik, Luft- und Raumfahrtwesen sowie Schiff- und Schiffsmaschinenbau.

Welcher Stellenwert der Ausbildung in der Bundesverwaltung zugestanden wird, lässt sich an der Antwort auf die Frage nach dem konkreten Ausbildungsetat ablesen: Es gibt keinen eigenen Titel für den Nachwuchs – er läuft unter „Aus- und Fortbildung“. Dieser Posten ist nach Auskunft der Bundesregierung in den vergangenen Jahren von 304.849.154 Euro (2002) auf 296.044.742 Euro (2011) geschrumpft worden – ein Minus von 8,8 Millionen Euro.

 

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