• Vier Frauen stehen vorne in einem gut gefüllten Konferenzraum und halten einen Vortrag
    Die Referentinnen aus dem Landesamt für Besoldung und Versorgung, LBV- Präsidentin Anne Katrin Michalke (zweite von rechts); Referatsleiterin Heidi Duscher (links); Diplom-Psychologin Franziska Herold (Mitte); Claudia Grimm, Vorsitzende der Landesfrauenvertretung (rechts)

BBW LandesfrauenvertretungLandesfrauentagung in Stuttgart

Unter dem Motto „Mit Frauen rechnen?!“ hat die BBW-Frauenvertretung auf ihrer Landesfrauentagung (LFT) die anstehenden Aktivitäten der kommenden Monate in den Blick genommen.

Frauen aktuell

Im Rudolf-Steiner-Haus auf der Uhlandshöhe in Stuttgart hatte man für hitzige Themen einen einigermaßen kühlen Veranstaltungsraum gefunden. Am Vormittag berichteten die Vorsitzende Claudia Grimm, sowie die stv. Vorsitzenden Manja Sommer und Jacqueline Weigelt von ihrer Arbeit der vergangenen Monate. 

Landtagswahl, Gewalt und Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Es gab und gibt viel zu tun

Insbesondere die Landtagswahl im März habe dem Vorstand der Landesfrauenvertretung viel abverlangt, da mit eigenen Wahlprüfsteinen und einem eigenen Positionspapier die Themen der Landesfrauenvertretung in den Wahlkampf sowie in die Koalitionsverhandlungen eingebracht werden sollten. So wertete es Claudia Grimm, Vorsitzende der Landesfrauenvertretung, auch als Erfolg des unermüdlichen Einsatzes der Landesfrauen, dass die Novelle des ChancenG laut Koalitionsvertrag in der neuen Legislaturperiode endlich angegangen werden soll.

Der Umgang mit Gewalt im öffentlichen Dienst war ein weiteres Thema, das die Landesfrauenvertretung bei ihrer Sitzung thematisiert hat. Fazit: Gemeinsam mit der Jugend und der Landesleitung möchte man diese Legislaturperiode nutzen, der Problematik die nötige Aufmerksamkeit zu schenken.

Wichtig bleiben weiterhin Fragen rund um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Hier äußerte sich Claudia Grimm besorgt, inwieweit die angekündigten Sozialstaatsreformen und knappe Kassen auf allen Ebenen Frauen belasten werden. Im Vorstand war man sich einig, dass man die Entwicklung kritisch verfolgen muss. Jacqueline Weigelt hat als Stellvertreterin ihren Schwerpunkt bei Fragen rund um Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Sie wird beispielsweise die Änderungen beim Elterngeld kritisch in den Blick nehmen.

Mehr Reichweite und mehr Austausch

Frauen müssen informiert sein – auch über die Arbeit der Frauen des BBW. Darüber war man sich bei der Frauentagung einig. Deshalb wurde auch die Internetseite der Frauen beim BBW durch einen eigenen Instagram-Account ergänzt: @frauen_im_beamtenbund_bw. Hier übernimmt Manja Sommer die Betreuung des Auftritts. Neue Follower sind willkommen.

Auf dem Bundeskongress der dbb frauen im Frühjahr in Berlin stand das Thema Parität ganz oben auf der Agenda. Auch für die Landesfrauen ist dies eine wichtige Frage, die gesamtgesellschaftlich und verbandsintern beantwortet werden muss, war man sich einig. Allerdings brauche es kluge Lösungen und den Willen zentraler Akteure, diese Lösungen anzugehen. Auf den Gesetzgeber allein dürfe man sich dabei nicht verlassen. 

BBW-Chef bezieht zu aktuellen Themen Position

BBW-Landesvorsitzender Kai Rosenberger knüpfte an die Themen der Frauen an und berichtete unter anderem aktuell vom politischen Sommerfest des BBW, das zwei Tage zuvor stattgefunden hatte. Die dort deutlich formulierte Absage von Innenminister Hagel an eine Reduktion der Arbeitszeit der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes sei leider keine gute Nachricht gewesen. Beim Blick auf die Ergebnisse der Tarifverhandlungen und die Übertragung des Tarifabschusses auf die Beamtenschaft war Rosenbergers Bilanz eher gemischt. Wieder einmal habe sich gezeigt, wie wichtig die Mobilisierung der Beschäftigten für Streiks, Demonstrationen und Aktionen ist. Ein großes Lob ging deshalb auch an die engagierten Kolleginnen und Kollegen, die hier Flagge gezeigt haben. 

Wichtig bleibe, mit Blick auf die Pensionärinnen und Pensionäre, die zeit- und wirkungsgleiche Übertragung auf die Versorgungsempfängerinnen und -empfänger. In Bezug auf die amtsangemessene Alimentation bezeichnete Rosenberger die Einführung des fiktive Partnereinkommens als Trick des Dienstherrn, um das Abstandsgebot zur Prekariatsschwelle auszuhebeln. 

Der BBW-Vorsitzende thematisierte auch das zunehmende Beamten-Bashing und die Reaktion darauf samt der Aktivitäten des Beamtenbunds auf Bundes- und Landesebene für den Erhalt des Berufsbeamtentums. Die dbb-Kampagne zur Stärkung aller Beschäftigten im öffentlichen Dienst sei dafür ein wichtiger Baustein.

Das LBV – ein Arbeitsplatz von sehr vielen Frauen

Am Nachmittag wurde unter der Fragestellung „Was macht das LBV (für Frauen) attraktiv?“ ein Einblick in die Arbeitswelt beim Landesamt für Besoldung und Versorgung (LBV) möglich. Als Gäste der Landesfrauentagung berichteten Präsidentin Anne Katrin Michalke, Referatsleiterin Heidi Duscher und Diplom-Psychologin Franziska Herold von speziellen Konzepten und Programmen im Bereich der Fachkräftegewinnung und -qualifizierung (Quereinstieg) sowie von besonderen Aktivitäten im Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagements, die Kolleginnen in den Wechseljahren unterstützen. 

Was die Referentinnen aus dem LBV berichteten, hat die Mitglieder der Landesfrauenvertretung beeindruckt: Demnach sind Frauen im LBV in allen Laufbahnen überrepräsentiert, flexibles und familiengerechtes Arbeiten ist selbstverständlich geworden und Fachkräftemangel wurde insbesondere durch den Quereinstieg von Frauen, z.B. aus medizinischen Berufen, beendet. Lösungsorientierung heißt, Frauen als Lösung sehen. Ihnen Einstieg, Einarbeitung und Arbeit zu ermöglichen, wirkt: zum Beispiel bei der Beihilfe.

Fazit der Landesfrauenvertreterinnen: Das LBV rechnet mit Frauen – und gewinnt dabei mehr als neue Arbeitskräfte. In eigener Sache wünscht sich die Frauenvertretung weiterhin guten Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen aus den Gewerkschaften und Verbänden der BBW-Familie. Denn nur durch Zusammenarbeit ließen sich Themen und Inhalte für eine gemeinsame und erfolgreiche Arbeit finden. 

 

Dieser Artikel erschien zuerst im BBW Magazin (Ausgabe 7/8 2026)

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