• Sandra Kothe, Vorsitzende der dbb jugend

Internationaler Tag der Jugend

Kothe: Zeit für Änderungen im Wahlrecht in ganz Europa

Die dbb jugend Vorsitzende Sandra Kothe sagte aus Anlass des Internationalen Tags der Jugend am 12. August 2016 in Berlin: „In Europa wird die Zukunft einer ganzen Generation verbaut, wenn die Politik nicht endlich das Ruder herumreißt.“ Laut Europäischem Statistikamt befindet sich jeder fünfte junge Mensch im Alter von 25 bis 29 Jahren in der Europäischen Union weder in Bildung oder Weiterbildung noch in Arbeit. Während die Zahl der so ausgeschlossenen jungen Leute in Deutschland seit 2006 stetig zurückgegangen ist, muss für 18 EU-Staaten ein weiterer Anstieg verzeichnet werden. Aber auch in Deutschland liegt der Anteil arbeitsloser Menschen bis 29 Jahre doppelt so hoch wie die allgemeine Arbeitslosenrate. Kothe warnt vor den politischen Folgen: „Es kann nicht angehen, dass Millionen Europäerinnen und Europäer dauerhaft keinen Platz in der Gesellschaft finden.“ Es sei an der Zeit, über Konsequenzen für das Wahlrecht nachzudenken.

„Die Älteren zeigen sich allzu oft ignorant gegenüber den Anliegen und berechtigten Interessen junger Menschen“, erklärte Kothe. So stehe beispielsweise das Brexit-Referendum, bei dem die Jüngeren von den Älteren überstimmt wurden, symbolisch für den Ausschluss einer ganzen Generation. „Das britische Referendum war allerdings nur die Spitze des Eisbergs, und es ist bezeichnend, dass es zunächst Falschmeldungen gab, die Jugend sei der Abstimmung ferngeblieben.“ Kothe befürchtet angesichts der bis auf wenige Ausnahmen in ganz Europa zu beobachtenden Bevölkerungsalterung, dass die Jugend künftig immer öfter majorisiert, also überstimmt werden wird.

„Vielleicht ist es an der Zeit, über eine Stimmgewichtung bei Wahlen nachzudenken, damit die Jüngeren überhaupt noch Einfluss auf Zukunftsentscheidungen haben“, so die dbb jugend Vorsitzende. Es sei Zeit für Änderungen im Wahlrecht in ganz Europa.

Kothe ist sich sicher, dass die Perspektiven der Jugend entscheidend für die Zukunft der Europäischen Union sein werden. „Wird die EU in sich erstarren, zu keinen Neuerungen mehr fähig sein und sich allmählich auflösen, oder unternehmen wir mutige Schritte hin zu einer innovativeren, offenen und solidarischen europäischen Gesellschaft?“ Es gebe 90 Millionen junge Frauen und Männer in Europa. „Die Art und Weise, wie sie ins Leben starten, wieviel Raum ihnen die Gesellschaft gibt, entscheidet über die Antwort auf die Frage nach Europas Zukunft.“ Die Jugend ist nicht das Problem, sondern die Lösung. Sie verdient mehr Wertschätzung. Das Ringen um gemeinsame europäische Wege aus der Krise muss genau hier ansetzen.“

 

 

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