Verband Bildung und Erziehung (VBE)

Kitaleitungs-Studie: Dramatische Personalunterdeckung

Am 24. August 2021 wurde beim Deutschen Kitaleitungskongress (DKLK) in Düsseldorf die gleichnamige Studie vorgestellt. Die Umfrage zeigt, dass es trotz des Gute-Kita-Gesetzes der Bundesregierung immer noch erheblichen Personalmangel in vielen Einrichtungen gibt.

40 Prozent der Kitaleitungen geben an, dass sie in mehr als einem Fünftel der Zeit wegen Personalunterdeckung ihrer Aufsichtspflicht nicht nachkommen können. Das heißt, an mindestens einem Tag pro Woche ist die Aufsicht in diesen Kindertageseinrichtungen nicht mehr entsprechend den gesetzlichen Vorgaben garantiert“, sagte Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des VBE. „Allein diese Zahlen machen deutlich: Erwartungen, die die Politik vor allem mit dem sogenannten Gute-Kita-Gesetz geschürt hat, wurden vielfach nicht erfüllt. Dass Gelder aus dem Gesetz von vielen Ländern nicht in dringend notwendige Verbesserungen der Kita-Qualität und stattdessen in eine Senkung oder Abschaffung der Elternbeiträge investiert wurden, unterstreicht den Etikettenschwindel des Gesetzes und ist eine klare politische Fehlentscheidung.“

Weitere 72 Prozent der Kitaleitungen gaben demnach außerdem an, dass sich der Personalmangel in den vergangenen 12 Monaten verschärft habe. Träger würden heute Personal einstellen, welches vor Jahren wegen mangelnder Passgenauigkeit nicht genommen worden wäre, so die Wahrnehmung von 46,9 Prozent der Befragten. Eine nahezu logische Konsequenz ist, dass die hohe Arbeitsbelastung der pädagogischen Fachkräfte zu höheren Fehlzeiten und Krankschreibungen führt, so die Bewertung von 87,6 Prozent der befragten Kitaleitungen. Dass der dramatische Personalmangel an Kitas die Fachkräfte und die Kinder gleichermaßen betrifft, zeigt auch der Blick auf die Fachkraft-Kind-Relation: Trotz Verbesserungen gegenüber dem Vorjahr schätzen nach wie vor 80 Prozent der Befragten diese als schlechter ein, als es die wissenschaftlichen Empfehlungen für das Betreuungsverhältnis vorgeben (U-3-Bereich: 1:3; Ü-3-Bereich: 1:7,5).

Die Ein- und Auswirkungen im Zusammenhang mit der Coronapandemie haben die Herausforderungen für Kitaleitungen zusätzlich erschwert. Als größtes Problem benennen fast 80 Prozent der Befragten ständig wechselnde und/oder unklare Vorgaben und damit fehlende Planungssicherheit. 27 Prozent der Befragten geben an, dass eines der drei größten Probleme in der Pandemie sei, dass sich Eltern nicht an die Vorgaben hielten. „Das zeigt, dass sich der Frust in Teilen der Gesellschaft über bestehende ‚Coronaregeln‘ vielfach an Kita und Schule entladen hat. Das darf nicht sein“, so Beckmann.

Weitere Ergebnisse, den Link zur Studie und den sich daraus ergebenden Forderungskatalog gibt es auf vbe.de.

 

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