dbb frauen trauern um Jutta Endrusch

Kämpferisch bis zum Schluss

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Jutta Endrusch war Zeit ihres Lebens eine engagierte Vorkämpferin: Ob als Schulleiterin einer Ganztagshauptschule, als Mitglied im Hauptpersonalrat, als Gewerkschafterin im Verband Erziehung und Bildung (VBE) oder in der dbb bundesfrauenvertretung – die Interessen ihrer Kolleginnen und Kollegen hatten stets Priorität. Am 8. April ist Jutta Endrusch nach kurzer schwerer Krankheit überraschend im Alter von 66 Jahren verstorben.

Die dbb bundesfrauenvertretung trauert nicht nur um ihre stellvertretende Vorsitzende, sondern um ihre Kollegin und unverzichtbare Kämpferin für frauenpolitische Anliegen.

Als Lehrerin hat Jutta Endrusch nicht nur Wissen und Können vermittelt, sondern auch Herz und Charakter gebildet. In fast 25 Jahren gewerkschaftspolitischer Arbeit, die Endrusch im VBE „von der Pike auf gelernt“ hat, kam ihr diese starke Werte-Orientierung immer wieder zugute. Das Engagement für die Belange der weiblichen Beschäftigten und für mehr Chancengerechtigkeit im öffentlichen Dienst war Endrusch immer ein besonderes Anliegen.

Die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Karriere im Beruf, Entgeltgleichheit sowie Sicherung des Qualitätsanspruchs in der Kinderbetreuung sind nur einige Themen, für die sich Jutta Endrusch sowohl als stellvertretende Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung als auch als Vorsitzende der VBE Bundesfrauenvertretung einsetzte.

„Jutta war bis zu ihrem letzten Augenblick stolz darauf, selbstbestimmt zu sein. Die letzten Wochen an ihrer Seite waren für mich kostbar und lehrreich. Sie hat ihr Schicksal und ihre Krankheit mit großer Würde angenommen und wurde von ihrem Glauben gestützt. Sie war eine aufrechte und überzeugte Mitstreiterin, aber vor allem war sie ein wunderbarer und liebenswerter Mensch. Ich habe mich auf jedes Treffen mit ihr gefreut, uns hat eine generationenübergreifende Freundschaft verbunden. Sie war stets mit Rat und Tat zur Stelle, wenn sie gebraucht wurde – und das bis zuletzt“, erinnert sich Milanie Kreutz, die Jutta Endrusch nicht nur als Kollegin in der dbb bundesfrauenvertretung, sondern auch als enge Freundin abseits des gewerkschaftlichen Engagements nahestand.

Jutta Endrusch hatte die dbb bundesfrauenvertretung als stellvertretende Vorsitzende und langjähriges Mitglied der Geschäftsführung maßgeblich geprägt. „Sie war eine von hohem pädagogischem Ethos erfüllte Lehrerin, die nicht nur bei ihren Schülerinnen und Schülern, sondern auch gegenüber sich selbst und ihren Kolleginnen im VBE und in der dbb bundesfrauenvertretung eine hohe Erwartungshaltung hatte. Sie war sehr diszipliniert und forderte diese Disziplin auch in ihrem gewerkschaftspolitischen Umfeld ein. Mit ihrer Geradlinigkeit – gepaart mit ihrer herausragenden Fachkompetenz – hat sie unsere politische Agenda nicht nur mitgestaltet, sondern auf ein besonders hohes Niveau gehoben. Sie war standhaft in der Debatte, aber auch immer bereit für Kompromiss und Konsens. Für Jutta zählte immer das Wir und weniger das Ich“, bekräftigt Milanie Kreutz.   

„Wir werden das Reden, das Lachen und das gelegentliche Anstoßen mit einem Glas Sekt mit ihr vermissen. Ihre zurückhaltende Bescheidenheit, ihre Stärke, ihr Verständnis, ihre pädagogische Kompetenz, ihre strahlende Freude und ihr großes Herz für uns werden fehlen. Vor allem aber ihre Entschlossenheit und ihre Kompromisslosigkeit, wenn es um die Gleichstellung der Geschlechter im beruflichen und sozialen Kontext ging, werden in die Geschichte der dbb bundesfrauenvertretung eingehen. Juttas innigster Wunsch war es, dass wir Frauen mutig nach vorne gehen und auch junge Frauen für unsere Aufgabe begeistern. Der Weg, den sie ein Stück mit uns gegangen ist, werden wir in ihrem Sinne weitergehen“, so Kreutz.  

 

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