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Homeoffice: Fachkräfte und Gleichstellung sichern

Mobiles Arbeiten war 2023 ähnlich beliebt wie im Jahr davor. Das zeigen die Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Die vielen Vorteile des Homeoffice müssen erhalten bleiben.

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„Als öffentlicher Dienst müssen wir Arbeitsplätze nicht nur finanziell wertschätzend, sondern auch flexibel und familienfreundlich gestalten“, machte Milanie Kreutz, stellv. dbb Bundesvorsitzende und Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung, am 1. Juli 2024 deutlich. „Wir müssen mobile Arbeit und flexible Arbeitszeitmodelle langfristig in unsere Personalgewinnungsstrategien integrieren. Nur so können wir dem Fachkräftemangel effektiv etwas entgegensetzen und ein attraktiver Arbeitgeber bleiben.“ Für viele Bewerberinnen und Bewerber sei Homeoffice ein entscheidendes Kriterium bei der Jobwahl. In Zeiten des Fachkräftemangels dürfen Arbeitgebende diesen Faktor nicht ausblenden. „Daher ist es bedenklich, dass einige Unternehmen und Dienststellen wieder vermehrt Präsenzzeiten fordern. Hier ist Vorsicht geboten, denn die Flexibilität, die das Homeoffice bietet, sollte nicht leichtfertig aufgegeben werden.“

Die Forderungen nach mehr Präsenzpflicht seien auch hinderlich für die Gleichstellung, erklärte Kreutz: „Homeoffice ist ein effektives Mittel, um die Gleichstellung von Frauen und Männern im Beruf zu fördern. Denn es ermöglicht ihnen, Berufs- und Familienleben besser zu koordinieren. Mit einem Anteil von 26,4 Prozent sind die 25- bis 34-Jährigen am häufigsten im Homeoffice tätig. Diese Altersgruppe, die sich sinnbildlich in der ‚Rush Hour‘ ihres Lebens befindet und oft vor der Herausforderung der Kinderbetreuung steht, profitiert deutlich von der Möglichkeit, von zu Hause aus arbeiten zu können.“ Allerdings dürfe Homeoffice nicht dazu führen, dass sich die Ungleichheit in der Verteilung der Care-Arbeit weiter verstärkt. „Homeoffice, hybrides Arbeiten und andere Formen des New Work geben uns neue Chancen, die Gleichstellung zu Hause und am Arbeitsplatz voranzubringen. Diese Chancen sollten wir nicht verspielen.“

Auch Arbeitgebende profitieren von mobiler Arbeit, betonte die dbb frauen Chefin: „Homeoffice sorgt bei vielen Mitarbeitenden für eine höhere Motivation, verhindert Arbeitsausfälle und steigert somit Leistung und Produktivität. Studien belegen, dass die Produktivität der Mitarbeitenden im Homeoffice mindestens genauso hoch oder sogar höher ist. Viele Mitarbeitende berichten von einer besseren Work-Life-Balance. Eine Reduktion der Büroflächen kann außerdem signifikante Kosteneinsparungen bringen.“ Für Arbeitgebende und Arbeitnehmende sei Homeoffice daher eine Win-Win-Situation. Kreutz wies darauf hin, dass Homeoffice jedoch nicht für alle Berufsgruppen möglich sei: „Wir müssen daher auch an die Menschen denken, die nicht im Homeoffice arbeiten können. Für diese Berufsgruppen muss es entsprechende Kompensationen geben.“

Hintergrund:

Die neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass Homeoffice auch nach der Covid-19-Pandemie weiterhin eine wichtige Rolle im Arbeitsalltag vieler Beschäftigter spielt. Der Anteil der Erwerbstätigen, die mindestens gelegentlich von zu Hause aus arbeiten, lag im Jahr 2023 bei 23,5 % und damit nur geringfügig niedriger als in den Jahren zuvor. Dies verdeutlicht, dass flexible Arbeitsmodelle nachhaltig in der Arbeitswelt verankert sind.

 

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