BayernGewalt gegen Beschäftigte: bessere statistische Erfassung gefordert
Der Bayerische Beamtenbund (BBB) fordert angesichts der zunehmenden Gewalt gegen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes bessere Erfassung und härtere Sanktionen, wie z. B. den Entzug der Fahrerlaubnis.
Rainer Nachtigall, Vorsitzender des BBB, stellt als Fazit zur Vorstellung der Gewaltstatistik gegen Polizeibeamte am 2. Juli 2026 fest: „Es gibt weniger Delikte, es gibt weniger Täter, aber die Gewalt ist deutlich angestiegen. Wir stehen vor einem Höchststand bei den verletzten Beamtinnen und Beamten.“
Auch in anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes steigen die Zahlen. Zunehmend sähen sich die Kolleginnen und Kollegen bei ihrer tagtäglichen Arbeit auf Landes- und kommunaler Ebene Gewalt ausgesetzt. Aber: „Wer im öffentlichen Dienst Verantwortung für andere Menschen übernimmt, darf keine Sorge haben, nach Dienst nicht mehr gesund nach Hause zu kommen“, so der Vorsitzende.
Der BBB fordert eine bessere statistische Erfassung und eine Ausdehnung der Auswertungsmöglichkeiten bei Gewaltdelikten außerhalb der Polizei. Kommunale Beschäftigte, Lehrkräfte, aber auch bei der Justiz, Beschäftigte im Außendienst oder an Dienststellen mit hohem Publikumsverkehr – Sie alle müssen sich darauf verlassen können, dass der Dienstherr/Arbeitgeber sich schützend vor sie stellt und entsprechende Taten angemessen dokumentiert und verfolgt. Die regelmäßigen Auswertungen im Bereich der Polizei können als Grundlage genommen werden.
Als weitere Maßnahme bringt der BBB den zeitweisen Entzug der Fahrerlaubnis nach Gewaltdelikten gegen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes ins Spiel. Dies wäre auf dem Verwaltungsweg durch die Führerscheinstellen der Kommunen möglich. Wer Gewalt gegen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes ausübt, weist gegebenenfalls auch nicht die charakterliche Eignung zum Führen eines Fahrzeugs auf. „Wer schlägt, läuft!“ müsse die Devise lauten, verdeutlicht Nachtigall. durch eine fehlerhafte Steuerungsmaßnahme selbst erzeugt zu werden.“
