DPVKOM kritisiert den Umgang der Deutsche Post mit Corona-Krise

Geht Produktivität vor Gesundheitsschutz?

„Die Aussagen des Produktionschefs Brief und Paket der Deutschen Post, wonach der Arbeitgeber sich der Herausforderung stellen werde, alle Zusteller mit einem Mundschutz auszustatten, und die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts und aktuelle Anweisungen von Behörden zu beachten, sind wieder mal schöne Worte. Viel wichtiger sind ausreichende Taten zum Schutz der Beschäftigten.“

Mit diesen Worten kritisierte die Bundesvorsitzende der Fachgewerkschaft DPVKOM, Christina Dahlhaus, am 21. April 2020 entsprechende Äußerungen von Arbeitgebervertreter Thomas Schneider. Dahlhaus weiter: „Die bisher getroffenen Maßnahmen gehen in die richtige Richtung, reichen aber nicht aus. Vor dem Hintergrund des Gesundheitsschutzes und der Fürsorgepflicht ist es unglaublich, dass von der Deutschen Post eine flächendeckende Ausstattung – zumindest der Zusteller – mit FFP2-Mundschutzmasken tatsächlich kritisch gesehen wird. Das ist verantwortungslos!“ Das Unternehmen müsse alles dafür tun, die Gesundheit der Beschäftigten zu schützen. In diesem Zusammenhang sei eine flächendeckende Versorgung für alle Postbeschäftigten mit Mundschutzmasken überaus wichtig. Offenbar sei dem Unternehmen in der aktuellen Corona-Krise die Produktivität jedoch wichtiger als die Gesundheit der Beschäftigten.

Auch die vom Unternehmen bereits in einigen Regionen praktizierte und beantragte Sonntagszustellung von Paketen betrachtet die DPVKOM überaus skeptisch. Diese Maßnahme aufgrund der in den zurückliegenden Wochen exorbitant gestiegenen Paketsendungsmengen sei auch auf die seit Jahren völlig verfehlte Personalpolitik des Unternehmens zurückzuführen. Nach wie vor fehlten bei der Deutschen Post mehrere Tausend Zusteller. Mit dem vorhandenen Personalbestand könnten Paketmengen von derzeit rund neun Millionen Sendungen pro Tag offenbar nicht in einer Sechs-Tages-Woche zugestellt werden. „Vor dem Hintergrund, dass die Zustellerinnen und Zusteller derzeit ohnehin stark belastet sind, fordert die DPVKOM den Arbeitgeber auf, alle behördlichen Maßnahmen zum Gesundheitsschutz für alle Beschäftigten sofort umzusetzen, mehr Personal einzustellen und schneller zu entfristen“, so Christina Dahlhaus.

 

 

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