Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL)Fernverkehrstrassen: GDL offen für mehr Wettbewerb im Schienenfernverkehr
Die GDL steht Impulsen, die zur Verbesserung der Qualität im Bahnverkehr beitragen, grundsätzlich immer offen und gesprächsbereit gegenüber. Ein Weg dahin kann auch ein stärkerer Wettbewerb im Schienenfernverkehr sein. Laut dem Beschlussentwurf der BNetzA sollen auf hochbelasteten Trassen nur noch maximal 75 Prozent der Kapazitäten an einen einzelnen Anbieter vergeben werden.
Die GDL ist davon überzeugt, dass Wettbewerb auf der Schiene unter den richtigen Rahmenbedingungen weitreichende Signale an Qualität, Kundenorientierung und Preisentwicklung im gesamten Fernverkehrssegment haben kann.
Die DB Fernverkehr hat diese Aspekte nicht nur in den letzten Jahren, sondern über Jahrzehnte hinweg durchgehend vernachlässigt. Andere Anbieter haben sich dabei nicht nur im Fern- sondern auch im Nahverkehr bereits lange als eine echte Alternative etabliert. Es ist nur folgerichtig, dass die Bundesnetzagentur diesen Weg weiter beschreitet.
Mario Reiß, Bundesvorsitzender der GDL: „Die alarmistische Haltung mancher Verbände, Gewerkschaften und der Deutschen Bahn selbst teilt die GDL nicht. Etwaige Befürchtungen, durch eine Vergabe lukrativer Strecken an Konkurrenten würde die Anbindung der Fläche gefährdet, lassen sich durch eine durchdachte Vergabepraxis von vornherein entkräften. Eine intelligente Vergabepraxis fördert die wirkliche Gleichbehandlung der Eisenbahnverkehrsunternehmen und sollte das Ziel verfolgen am Ende sogar mehr Angebot auch für den Fernverkehr auf die Schiene zu bringen.“
Die weitere Öffnung des Schienenfernverkehrs für Konkurrenz-Anbieter werde „die Quasi-Monopolisten der Deutschen Bahn hoffentlich dazu drängen, das eigene Angebot zu verbessern, den Fahrgästen ein angenehmeres und zuverlässigeres Reiseerlebnis bieten zu können und ihrem Auftrag, das Land über die Schiene zu verbinden, auch endlich gerecht zu werden. Aus eigenem Antrieb hat man das bis heute nicht getan“, so Reiß.
