• Helene Wildfeuer
    Helene Wildfeuer, Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung, am 4. November 2013 in Berlin auf der Auftaktveranstaltung zur Equal-Pay-Day-Kampagne 2014.

Anspruch auf Rückkehr zur Vollzeittätigkeit per Gesetz regeln

Equal-Pay-Day-Kampagne 2014 startet in Berlin

„Frauen müssen stärker am Erwerbsleben beteiligt werden und zwar in dauerhaft existenzsichernden Beschäftigungsverhältnissen – weg von Minijobs und Teilzeitfalle.“ Das hat Helene Wildfeuer, Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung, am 4. November 2013 in Berlin auf der Auftaktveranstaltung zur Equal-Pay-Day-Kampagne 2014 „… und raus bist Du? Minijobs und Teilzeit nach Erwerbspausen“ der Business and Professional Women (BPW) Germany im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefordert.

Insbesondere monierte Helene Wildfeuer die noch immer geringere Wertschätzung der Arbeitsleistung der überwiegend weiblichen Teilzeitkräfte im öffentlichen Dienst. „Gut drei Millionen Vollzeitbeschäftigten stehen knapp 1,5 Millionen Teilzeitbeschäftigte gegenüber – das heißt rund ein Drittel der Beschäftigten im öffentlichen Dienst sind Teilzeitbeschäftigte. Wir brauchen auf Seiten der Beschäftigungsgeber einen Bewusstseinswandel hin zu einer familienfreundlicheren flexibleren Arbeitswelt, die die Bedürfnisse der Beschäftigten ernst nimmt und umsetzt. Diesen Bewusstseinswandel mit anzustoßen ist für uns ebenso wie für die Veranstalter des Equal Pay Day Aufgabe und Verpflichtung“, betonte die Vorsitzende, die die Equal-Pay-Day-Kampagne 2014 im Rahmen einer Schwerpunktpartnerschaft unterstützt.

Damit Teilzeit als echte Brücke in die Vollzeit funktionieren könne, bedürfe es eines gesetzlich normierten Anspruchs auf Rückkehr zur Vollzeittätigkeit. „Wenn der Wunsch nach höherer Arbeitszeit besteht und Personalmittel zur Verfügung stehen, sollten zunächst die Arbeitszeiten der Teilzeitbeschäftigten aufgestockt werden. Eine gesetzliche Regelung, die es Beschäftigten erlaubt, auch im Falle einer unbefristeten Teilzeit die reguläre Wochenarbeitszeit sukzessive zu erhöhen, würde die Lage entschärfen“, so die Vorsitzende. Es gehe aber nicht darum, die Entscheidung für Vollzeit oder Teilzeit zu propagieren. Vielmehr liege der Königsweg in einer höheren Arbeitszeitflexibilität mit individuell formbaren Arbeitszeitmodellen und einem familienfreundlichen Arbeitsklima, das auch Beschäftigten mit Familienpflichten attraktive Entwicklungsmöglichkeiten biete.

Allarmierend sei in diesem Zusammenhang die massive Zunahme an Teilzeitarbeitsverhältnissen. „Der Bestand an sozialversicherungspflichtigen Teilzeitbeschäftigten ist von 2006 bis 2011 um 25 Prozent gewachsen, der an Vollzeitbeschäftigten dagegen nur um vier Prozent. Fast jede fünfte Neueinstellung erfolgt damit nur noch mit reduziertem Arbeitsumfang. Zudem werden Teilzeitstellen häufiger als Vollzeitstellen nur befristet ausgeschrieben – ohne Perspektive auf eine Dauerbeschäftigung“, machte Helene Wildfeuer deutlich. Vor allem Frauen, die zu über 80 Prozent die Stellen mit reduzierten Arbeitszeitkontingenten besetzten, müssten mit schlechteren Aufstiegsmöglichkeiten, geringeren Einkommensentwicklungen und damit auch im Ruhestand mit niedrigeren Alterseinkünften rechnen.

Weitere Informationen unter www.equalpayday.de.

 

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