ThüringenE-Government-Kongress: Personalgewinnung und - Entwicklung in Zeiten des Fachkräftemangels

Über 800 Beschäftigte aus dem Kommunal- und Landesdienst haben am 6. E-Government-Kongress des Landesministeriums für Digitales und Infrastruktur (TMDI) am 22. September 2026 in Erfurter teilgenommen.

dbb aktuell

In den kommenden zehn Jahren bis 2035 ist mit tiefgreifenden Veränderungen der Arbeitswelt infolge des fortschreitenden Einsatzes künstlicher Intelligenz (KI) zu rechnen. KI wird voraussichtlich zahlreiche Arbeitsprozesse, Tätigkeitsprofile und Formen der Zusammenarbeit nachhaltig verändern. Vor diesem Hintergrund sind Beschäftigte mehr denn je gefordert, sich mit den technologischen Entwicklungen und den daraus resultierenden Veränderungen ihrer Arbeitsumgebung auseinanderzusetzen.

Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit den Anforderungen der digitalen Arbeitswelt sowie eine konstruktive Haltung gegenüber Veränderungsprozessen können dabei eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Gestaltung des digitalen Wandels darstellen. Insbesondere dem Change-Management kommt in diesem Zusammenhang eine zentrale Bedeutung zu, da die erfolgreiche Implementierung neuer Technologien nicht allein von deren technischer Leistungsfähigkeit, sondern auch von der Akzeptanz und Mitgestaltung durch die Beschäftigten abhängt. Die aktive Auseinandersetzung mit zukünftigen Entwicklungsperspektiven und die Bereitschaft zur kontinuierlichen Anpassung werden daher zunehmend zu relevanten Faktoren für die individuelle und organisationale Zukunftsfähigkeit.

Der Vorsitzende des Thüringer Beamtenbundes Frank Schönborn sagte, die Beschäftigten mitzunehmen sei „die wohl sensibelste Aufgabe des gesamten Transformationsprozesses. Die Arbeitgeber müssen den Beschäftigten vermitteln: Der Arbeitsplatz als solcher ist sicher, aber die Art und Weise, wie die Arbeit erledigt wird, muss und wird sich verändern. Die Verwaltung ist geprägt von Veränderungsprozessen. Diese müssen in erster Linie durch Akzeptanz beim Führungspersonal umgesetzt werden. Sie sind in erster Linie für eine Umsetzung zuständig. Akzeptanzmanagement, Fortbildungen und eine neue Fehlerkultur helfen bei der Umsetzung. Es müssen die Vorteile für den einzelnen Beschäftigten sichtbar sein. Dabei müssen die Beschäftigten an die Hand genommen werden.“

Das bedeute konkrete Beteiligungsprozesse (Partizipation), transparente Kommunikation über das „Warum“ einer Veränderung und die Garantie, dass niemand durch neue IT-Systeme überfordert zurückgelassen wird. „Wenn Beschäftigte erleben, dass Digitalisierung ihnen monotone Routineaufgaben abnimmt und sie durch Qualifizierungsangebote aktiv gestärkt werden, wandelt sich die Skepsis in aktive Veränderungsbereitschaft“, so Schönborn.

zurück