Nordrhein-Westfalen

Digitalisierte Verwaltung - Anspruch und Wirklichkeit liegen weit auseinander

Der eGovernment Monitor 2019 stellt u. a. fest, dass sowohl die Nutzung von, als auch die Zufriedenheit mit E-Government-Angeboten in Deutschland seit 2012 stagniert. Roland Staude, Vorsitzender des Deutschen Beamtenbundes Nordrhein-Westfalen, ist vom Ergebnis der Studie nicht überrascht: „Anspruch und Wirklichkeit liegen hier noch weit auseinander.“

Die Digitalstrategie des Landes sei in der Theorie schön anzusehen, erklärte Staude am 22. Oktober 2019. Doch in der Praxis sei – bis auf die elektronische Gewerbeanzeige und die elektronische Steuererklärung Elster – von interaktiven Angeboten der Landesverwaltung für die Bürgerinnen und Bürger im Internet wenig zu sehen. „Wir benötigen deutlich mehr einfache und verständliche digitale Dienstleitungsangebote“, fordert Staude.

Obwohl 74 Prozent der Bundesbürger inzwischen einen Personalausweis mit digitaler Scheckkartenfunktion haben, nutzen beispielsweise nur sechs Prozent die damit verbundenen Funktionen. Das liegt laut Studie u. a. daran, dass es keine branchenübergreifende digitale Identität gibt. Fast die Hälfte der Deutschen kann sich bereits jetzt vorstellen, für private Dienste und für Behördengänge auf die gleichen digitalen Identitätsdaten zurückzugreifen.

Nordrhein-Westfalen habe zwar mit dem Service-Konto (eine Identität für alle E-Government-Dienste) einen ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht, so der DBB NRW Vorsitzende. Doch die flächendeckende Akzeptanz für die Nutzung von E-Government Diensten würde erst mit einer Identität für alle Dienste kommen, egal ob staatlich oder privat.

 

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