Situation in den Jobcenterndbb widerspricht Pauschalkritik des Bundesrechnungshofs
Die Behörde beklagt zu hohe Personal- und Verwaltungskosten in den Jobcentern. Dies weist der dbb-Vize entschieden zurück.
„Es ist befremdlich, dass der Bundesrechnungshof in Zeiten des akuten Fachkräftemangels ernsthaft eine Personaldebatte bei den Jobcentern aufmacht“, sagte Maik Wagner, stellvertretender Bundesvorsitzender des dbb, am 16. September 2026 in Berlin. „Fakt ist doch: Die Politik hat den als zu hoch kritisierten Personalschlüssel seit mehr als einem Jahrzehnt nicht angepasst. Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr Personal, weil die Aufgaben deutlich anspruchsvoller geworden sind. Langzeitarbeitslosigkeit, psychische Belastungen, der Bedarf an Weiterbildungen und die Integration Geflüchteter erfordern eine intensive individuelle Beratung. Auftrag der Jobcenter ist, möglichst passgenaue Vermittlungen sicherzustellen, damit die Betroffenen nicht nach kurzer Zeit erneut arbeitslos werden. Wenn man möchte, dass sie diesen Auftrag nachhaltig erfüllen, brauchen wir auch die entsprechenden Voraussetzungen.“
Da Langzeitarbeitslosigkeit erhebliche Folgekosten in verschiedenen Sozialversicherungszweigen verursacht, entlastet jede erfolgreiche und dauerhafte Integration in den Arbeitsmarkt den Sozialhaushalt, und das über viele Jahre, betonte der dbb-Vize.
Strukturelle Ursachen beseitigen
Auch die vorgebrachte Kritik des Bundesrechnungshofs an nicht ausgeschöpften Eingliederungsmitteln weist der dbb entschieden zurück. Dass Jobcenter die Mittel nicht vollständig ausschöpfen, hat häufig strukturelle Ursachen, etwa fehlende Angebote vor Ort, regional unterschiedliche Arbeitsmärkte, komplizierte Förderinstrumente oder verspätete Haushaltsfreigaben. Wagner: „Sinnvoller wäre es doch, über diese Ursachen zu sprechen und sie zu beseitigen. Klar ist auch: Die Jobcenter prüfen sorgfältig, ob die vorwiegend vom Bund bereitgestellten Mittel sachgerecht verwendet werden. Eine nicht zielgenaue oder verschwenderische Verwendung würde der Bundesrechnungshof ebenfalls kritisieren.“

