• Volker Stich

dbb Bundeshauptvorstand: Europakompetenz und Aktives Altern

„Europa ist in die Mitte der politischen Debatten gerückt. Der dbb will die europäische Einigung mitgestalten und seine eigenen Schwerpunkte setzen“, sagte der Vorsitzende des dbb Landesbundes Baden-Württemberg und der dbb Grundsatzkommission Europa, Volker Stich, am 19. Juni auf dem dbb Bundeshauptvorstand (BuHaVo) in Berchtesgaden. Neben einer ausführlichen Debatte über die Auswirkungen der Krise auf den öffentlichen Dienst in Deutschland verabschiedete das zweithöchste dbb-Gremium zwei Entschließungen zum aktiven Altern und zur Europakompetenz in der Verwaltung.

„Die Alterssicherung unterliegt nach wie vor den Mitgliedstaaten, es gibt keinen Grund, daran etwas zu ändern“, so Stich. Die regelmäßigen Vorstöße der Europäischen Kommission, das Renteneintrittsalter an die steigende Lebenserwartung zu koppeln, seien nicht der richtige Weg. „Der demographische Wandel führt zwangsläufig zu einem Reformbedarf. Doch das System darf nicht zu Ungunsten einer einzigen Gruppe verändert werden, sondern muss auf Ausgleich setzen“, kommentierte der Vorsitzende der Grundsatzkommission die Entschließung. „Aktives Altern darf nicht pauschal gleichgesetzt werden mit einer längeren Lebensarbeitszeit.“ Aktives Altern bedeute vielmehr, niemandem die Teilhabe zu verwehren, ohne aber neue Zwänge auszuüben.

Um die öffentliche Verwaltung noch besser auf die europäischen Ansprüche auszurichten, seien deutlich mehr Anstrengungen notwendig. „Um die Angestellten im öffentlichen Dienst fit für Europa zu machen, müssen auch die Arbeitgeber viel mehr Wert auf entsprechende Fortbildungen legen und auch Auslandserfahrungen höher schätzen“, so Stich. Bislang sei eine Verwendung im Ausland eher ein Nachteil für die Laufbahn der Mitarbeiter. Dies müsse sich ändern. „Deutschland hat sehr gute Beamte, die ihre Erfahrung auch auf europäischer Ebene einbringen sollten. Dies hat zur Voraussetzung, dass die in Europa gewonnene Erfahrung und die zusätzliche Kompetenz im Umgang mit EU-Fragen auch gebührend in der Laufbahnentwicklung berücksichtigt werden.“

 

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