Digitaler Staat 2026Beschäftigte sollen den Wandel mitgestalten können
Der digitale Wandel in der Verwaltung gelingt nur, wenn die Mitarbeitenden als Teil der Lösung betrachtet werden und der Nutzen neuer Systeme im Vordergrund steht.
„Die Digitalisierung ist ein zentraler Hebel für ein neues, leistungsfähiges und nutzerorientiertes Betriebsmodell der Verwaltung. Dafür müssen Beschäftigte aber aktiv in die Transformationsprozesse eingebunden werden“, betonte Milanie Kreutz, stellvertretende dbb-Bundesvorsitzende, am 3. März 2026 auf dem Kongress „Digitaler Staat“ des Behörden-Spiegels. „Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst sind die Expertinnen und Experten auf ihrem Gebiet und können am besten einschätzen, ob neue Prozesse im Arbeitsalltag umsetzbar sind. Schließlich sind sie es, die später mit den digitalen Anwendungen arbeiten müssen.“ Kreutz schlug daher Ideen-Plattformen vor, auf denen sich die Beschäftigten einbringen können. „Sie sollen den Wandel mitgestalten können, nicht nur nachvollziehen.“
Change-Management: Fortbilden, Kommunizieren, Vorbild sein
Kreutz weiter: „Es ist entscheidend, dass die Beschäftigten gut geschult werden. Sie brauchen regelmäßige Fortbildungen für die neuen Programme und Hardware.“ Die Schulungen sollen nach Möglichkeit individuell gestaltet sein, sodass sich niemand unter- oder überfordert fühlt. „Die Technologie entwickelt sich rasend schnell und die Beschäftigten müssen damit Schritt halten können, ohne sich abgehängt zu fühlen.“
Zusätzlich spiele die Kommunikation mit den Beschäftigten eine wichtige Rolle: „Die Arbeitgebenden müssen die Bedenken ihrer Beschäftigten ernst nehmen. Neben Schulungen sollen Arbeitgebende auch Ansprechpersonen bereitstellen, die den Kolleginnen und Kollegen bei der Nutzung der neuen Systeme helfen“, so die dbb-Vize. Veränderung ohne Erklärung könnten Ängste vor Kontrollverlust oder Überforderung auslösen.
„Führungskräfte müssen bei der digitalen Transformation Vorbild sein. Sie müssen die neuen digitalen Arbeitsweisen vorleben, sonst wirkt es für den Rest der Abteilung unglaubwürdig“, erklärte Kreutz. „Sie sind auch dafür verantwortlich, dass in ihrer Arbeitsstelle eine positive Fehlerkultur herrscht. Nicht alles wird am Anfang perfekt funktionieren. Das Ausprobieren neuer Software muss erlaubt sein und Fehler sollen als Lernprozess gesehen werden.“



