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Weltfrauentag 2026Wir brauchen das Engagement der Frauen

Das Ehrenamt belebt die Gesellschaft. Doch gerade Frauen stehen vor vielen Hürden, wenn sie sich engagieren wollen. Der dbb und die dbb frauen fordern, Partizipation zu erleichtern.

Politik & Positionen

Milanie Kreutz, Vorsitzende der dbb-bundesfrauenvertretung und stellv. dbb-Bundesvorsitzende, betonte am 6. März 2026 anlässlich des anstehenden Internationalen Frauentags: „Auch wenn wir große Fortschritte bei der Gleichstellung von Frauen und Männern gemacht haben, werden Frauen weiterhin in vielen Bereichen benachteiligt. Sei es bei der Verteilung von Sorgearbeit, beim Einkommen, bei der Repräsentation in entscheidenden Positionen – in der Politik wie in der Arbeitswelt. Hier haben wir noch einen weiten Weg vor uns. Wir müssen uns weiter durchbeißen und für Gleichstellung kämpfen. Das bedeutet auch, gleichstellungspolitische Errungenschaften zu verteidigen. Aber der Einsatz für eine geschlechtergerechte Gesellschaft ist nicht alleinige Frauensache, auch die Männer sind gefragt.“   

Der Einsatz für die Gesellschaft läuft in Deutschland vielfach über das Ehrenamt. Mittlerweile engagieren sich nahezu genauso viele Frauen ehrenamtlich wie Männer. „Allerdings haben Frauen mit besonderen Herausforderungen zu kämpfen“, erklärte Kreutz. „Oft haben sie weniger Kapazitäten, weil sie den Großteil der Sorgearbeit übernehmen müssen. Wir fordern deswegen mehr Flexibilität und Ausgleich, um Ehrenamt, Familie und Beruf besser vereinen zu können. Konkret können Treffen zu familienfreundlichen Zeiten oder digitale Treffen schon vieles erleichtern.“ Für Eltern mit Kind sei eine Kostenübernahme für Kinderbetreuung während den Sitzungen hilfreich. „Auch eine Honorierung für Einsätze an arbeitsfreien Tagen ist denkbar – ehrenamtliche Arbeit ist weiterhin Arbeit.“ Außerdem brauche es endlich steuerliche Entlastungsmodelle und eine rentenrechtliche Anerkennung für das Ehrenamt, um engagierte Frauen auch im Alter abzusichern. 

Geyer: Die Zeit drängt 

Der dbb-Bundesvorsitzende Volker Geyer unterstrich: „Wir brauchen das Engagement von Frauen, wenn wir verschiedene Perspektiven einbringen wollen und die gesamte Gesellschaft abbilden wollen. Demokratie lebt von Mitmachen. Deshalb ist es fundamental wichtig, dass alle die Möglichkeit haben, mitzumachen und dass diese Möglichkeiten auch gleich sind. Die Hürden, die ehrenamtliche Tätigkeiten erschweren, gehören abgebaut.“ Der Weltfrauentag diene dazu, die Frauen sichtbarer zu machen. Geyer weiter: „Schluss mit dem Kleinhalten, Schluss mit dem Verdrängen, Schluss mit dem Abwerten. Frauen müssen sich in allen Lebensbereichen gleichberechtigt engagieren können.“ Die Problematik der unterschiedlichen Kapazitäten sei nicht erst seit gestern bekannt. „Umso mehr drängt die Zeit, tatsächlich etwas zu ändern. Frauen brauchen die Rahmenbedingungen, um ihre Fähigkeiten und Potenziale zu entfalten.“

Die Zeit sei ein wichtiger Faktor, da Frauenrechte auf der ganzen Welt immer mehr zurückgedrängt werden, machte Geyer deutlich: „Autokratische und extremistische Kräfte, die Gleichstellung als Feindbild betrachten, werden stärker. Das passiert auch in Demokratien und auch hier in Europa. Es ist deswegen unsere Aufgabe, diese Entwicklung in Deutschland zu verhindern. In einem Jahr mit fünf Landtagswahlen müssen wir genau hinsehen, welches Frauen- und Familienbild die Parteien in ihren Programmen fordern. Nicht nur das: Wir müssen auch darauf achten, welche Rollenbilder die Politikerinnen und Politiker in ihren Aussagen vermitteln. Die Gleichberechtigung ist in unserem Grundgesetz festgeschrieben und wir müssen für diesen Grundsatz unserer freiheitlich-demokratische Grundordnung einstehen. Und zwar jetzt und nicht irgendwann.“

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