• Eine Gruppe Menschen protestiert auf einem öffentlichen Platz.
    Beschäftigte des öffentlichen Dienstes sind in Hamburg gegen die Blockadehaltung der Länder auf die Straße gegangen - und manche sogar in die Elbe gesprungen.

Einkommensrunde der LänderHemsing: „Ohne uns geht es nicht!“

Mehr als 2.200 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes sind in Hamburg gegen die Blockadehaltung der Länder auf die Straße gegangen - und manche sogar in die Elbe gesprungen.

Einkommensrunde 2026

„Wir gehen baden, damit der Norden nicht absäuft“ - so lautete das Motto der Protestaktion des dbb in Hamburg. Einige Protestierende sprangen in die Elbe, um ein Zeichen gegen die Kälte der Arbeitgeberpolitik zu setzen. 

„Stellen wir uns einmal vor, es gäbe keinen öffentlichen Dienst“, sagte dbb-Vize Andreas Hemsing am 10. Februar 2026 in Hamburg. „Keine Lehrkräfte würden in den Schulen Bildung vermitteln. Keine Polizei würde auf den Straßen für Sicherheit sorgen. Und keine Pflegekräfte würden in den Krankenhäusern für die Menschen da sein. Dieses Gedankenspiel macht klar: Ohne uns geht es nicht! Wir stehen vor enormen Herausforderungen. Uns fehlen mehr als 600.000 Beschäftigte, das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit des Staates ist auf dem Tiefpunkt. Wir brauchen gute Leute mehr denn je – und die gibt es nur für gutes Geld. Deshalb sind die gewerkschaftlichen Forderungen nach 7 Prozent mehr Einkommen, mindestens jedoch 300 Euro, mehr als gerechtfertigt.“

Thomas Treff, Vorsitzender des dbb hamburg, verwies auf die gestiegenen Lebenshaltungskosten: „Das gilt vor allem für das Leben in der Großstadt“, sagte er. „Die Mieten explodieren nicht erst seit gestern, im Supermarkt liegt für dasselbe Geld immer weniger auf dem Kassenband. Besonders die unteren Einkommensgruppen brauchen ein kräftiges Plus.“ 

Übertragung des Tarifergebnisses muss folgen 

Kai Tellkamp, Vorsitzender des dbb schleswig-holstein, forderte, die systemgerechte und zeitgleiche Übertragung des Tarifergebnisses auf die Beamtinnen und Beamten umzusetzen: „Dass Herr Söder ankündigt, die Übertragung erst ein halbes Jahr später umsetzen zu wollen, ohne dass überhaupt ein Tarifergebnis steht, ist respektlos und ein Ausdruck mangelnder Wertschätzung für den öffentlichen Dienst. Ich hoffe sehr, dass die anderen Landesregierungen sich ihrer Verantwortung bewusst sind.“

Bundesweit bestehen insbesondere im Straßenverkehrsdienst Unterschiede in der Einkommensstruktur, weil – je nach Arbeitgeber – unterschiedliche Tarifverträge gelten. „Für gleiche Arbeit muss es gleiches Geld geben“, sagte Hermann-Josef Siebigteroth, Bundesvorsitzender der Fachgewerkschaft der Straßen- und Verkehrsbeschäftigten (VDStra.). „Es ist nicht länger hinnehmbar, dass die Landesbeschäftigten weniger Geld bekommen als die Beschäftigten bei der Autobahn GmbH. Die Länder müssen jetzt liefern!“  

Matthäus Fandrejewski, Vorsitzender der dbb jugend, brachte die Perspektive der Nachwuchskräfte ein: „Alle reden immer über Fachkräftemangel, aber reden allein nützt nichts. Wer in Zukunft einen handlungsfähigen Staat will, muss gut bezahlen, denn der öffentliche Dienst steht in direkter Konkurrenz zur Privatwirtschaft. 200 Euro mehr für Auszubildende und Studierende sollten drin sein. Sonst geht der öffentliche Dienst baden!“

Hintergrund: Von den Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) sind etwa 3,5 Millionen Beschäftigte betroffen: Direkt ca. 1,1 Millionen Tarifbeschäftigte der Bundesländer (außer Hessen), indirekt ca. 1,4 Millionen Beamtinnen und Beamte der entsprechenden Länder und Kommunen sowie rund eine Million Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger. Eine dritte Verhandlungsrunde ist für den 11. bis 13. Februar 2026 vereinbart.

 

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