• Helene Wildfeuer

Kongress zur Familienpolitik

Familienpolitische Leistungen können Gleichstellung steuern

Auf der Konferenz „Familienpolitik weiter denken: Wirksame Leistungen für die geforderte Generation“ hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) am 1. Dezember 2015 die aktuellen Familienleistungen erneut auf den Prüfstand gestellt. Helene Wildfeuer, Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung, begrüßte die kritische Auseinandersetzung mit den bestehenden Maßnahmen. „Mütter wünschen sich mehr Zeit für ihren Beruf und Väter mehr Zeit für ihre Kinder. Um diesem Anspruch der Eltern an ihr Leben gerecht zu werden, muss sich Familienpolitik stärker an einer partnerschaftlichen Aufteilung der Familienarbeit orientieren. Dazu gehören die passenden Leistungen, die Eltern mit Kindern bei der Organisation von Familien- und Erwerbsarbeit unterstützen. Langfristig kann so auch die Schlechterstellung vieler Frauen aufgehoben werden, die sich überwiegend um Kinder und pflegebedürftige Angehörige kümmern.“

Eine Annäherung der Wochenarbeitszeiten von Männern und Frauen trägt laut Helene Wildfeuer grundlegend dazu bei, Teilzeitarbeit aufzuwerten. „Strukturelle Benachteiligungen der überwiegend weiblichen Teilzeitkräfte lassen sich nur mindern, wenn auch mehr Männer Teilzeit nutzen, um Familie und Beruf zu vereinbaren. Hier sollte die Familienpolitik gezielt Anreize setzen und partnerschaftliche Arbeitsaufteilung etwa im Steuersystem belohnen“, stellte Helene Wildfeuer heraus.

Gleichzeitig müssten öffentliche Arbeitgeber Eltern aktiv unterstützen, wenn sie sich gleichberechtigt um Einkommen und Haushalt kümmern wollen. „Neben der Abkehr von starren Präsenzzeiten und späten Sitzungsterminen muss die Option von alternierender Telearbeit Standard in den öffentlichen Verwaltungen sein. Wo es die Tätigkeit erlaubt, muss Telearbeit vorurteilsfrei für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zugänglich gemacht werden“, so Helene Wildfeuer.

Bereits im August 2014 hatte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig gemeinsam mit beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eine kritische Analyse der „Gesamtevaluation der ehe- und familienbezogenen Leistungen“ vorgelegt. Im Rahmen der Konferenz sollen nun zusammen mit gesellschaftlichen Akteuren Lösungsansätze für „eine neue Vereinbarkeit für Mütter und Väter, eine nachhaltige individuelle Existenzsicherung und ein Familienleistungssystem auf der Höhe der Zeit“ entwickelt werden.

 

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