Einkommensrunde 2021

Öffentlicher Dienst: Hessen muss in die Beschäftigten investieren

Am 1. September 2021 starten die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten des Landes Hessen. Der dbb fordert eine Einkommenssteigerung um 5 Prozent – mindestens aber um 175 Euro.

„Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes halten dieses Land rund um die Uhr am Laufen. Gerade in Ausnahmesituationen wie der Corona-Pandemie sehen wir, wie wichtig eine leistungsfähige öffentliche Daseinsvorsorge ist. Deshalb muss hier investiert werden, gerade auch in die Bezahlung. Aus Wertschätzung für die geleistete Arbeit der Kolleginnen und Kollegen und um auch in Zukunft ausreichend Fach- und Nachwuchskräfte für den Staatsdienst gewinnen zu können“, sagte Volker Geyer, dbb Fachvorstand Tarifpolitik, am 27. August 2021 nach dem Beschluss der gewerkschaftlichen Forderungen.

Neben der linearen Einkommensforderung (beziehungsweise des Sockelbetrags) fordert der dbb weitere Verbesserungen für die Beschäftigten. Dazu gehören die Erhöhung der Ausbildungs- und Praktikantenentgelte um 100 Euro monatlich sowie die Wiederinkraftsetzung der Vorschrift zur Übernahme von Auszubildenden im TVA-H und TVA-H Pflege. Die Laufzeit des Tarifvertrags soll zwölf Monate betragen. „Es geht um ein Gesamtpaket, mit dem das Land Hessen im Wettbewerb mit der Privatwirtschaft um die besten Köpfe auf dem Markt bestehen kann“, erklärte Geyer.

Heini Schmitt, Vorsitzender des dbb Landesbundes in Hessen, unterstrich: „Die Landesregierung hantiert gerade im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie mit vielen zusätzlichen Milliarden, Stichwort ‚Sondervermögen‘. Da kann es nicht sein, dass ausgerechnet für den öffentlichen Dienst kein Geld da ist. Oder noch schlimmer: Auf Kosten der Kolleginnen und Kollegen gespart wird. Wir brauchen einen ordentlichen Tarifabschluss, der dann unverzüglich systemgerecht auf die Beamtinnen und Beamten von Land und Kommunen übertragen werden muss. Bereits heute ist die Besoldung in Hessen aus unserer Sicht klar verfassungswidrig, die entsprechenden Klagen laufen. Die Landesregierung ist aufgerufen, hier kein weiteres Öl ins Feuer zu gießen, sondern endlich ihrer Fürsorgepflicht als Dienstherr der hessischen Beamtenschaft nachzukommen.“ 

Hintergrund:

Am 1. September 2021 starten in Wiesbaden die Verhandlungen für den Tarifvertrag Hessen (TV-H). Betroffen sind davon fast 280.000 Beschäftigte: Direkt knapp 72.000 Tarifbeschäftigte sowie indirekt über 200.000 Beamtinnen und Beamte, auf die das Tarifergebnis übertragen werden soll. Eine weitere Verhandlungsrunde ist für den 14./15. Oktober 2021 in Dietzenbach angesetzt.

 

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