Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL)

Zusätzliche Rückzugsräume für das Zug- und Sicherheitspersonal gefordert

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat am 3. Januar 2022 gefordert, bei Neufahrzeugen und Umbauten von Bestandsfahrzeugen zusätzliche Rückzugsräume für das Zug- und Sicherheitspersonal vorzusehen.

Im Positionspapier „Mindestens vier Quadratmeter für unsere Sicherheit!“ begründet die GDL die Notwendigkeit solcher Rückzugsmöglichkeiten und definiert die Anforderungen an die entsprechenden Räumlichkeiten. Demnach verfügen immer weniger Fahrzeuge im Eisenbahnverkehr über Dienstabteile. Oftmals dienten unbesetzte Führerräume als Rückzugsmöglichkeit, doch Zugbegleitern ohne betriebliche Aufgaben oder Mitarbeitern des Sicherheitspersonals werde auch diese Möglichkeit oft verwehrt.

Aus Sicht der GDL besteht hier dringender Handlungsbedarf: „Dem Schutz- und Regenerationsbedürfnis der Mitarbeiter muss durch die Bereitstellung geeigneter Rückzugsräume dringend Rechnung getragen werden“, so der GDL Bundesvorsitzende und dbb Vize Claus Weselsky. „Dies gilt umso mehr angesichts der deutlichen erhöhten Belastung des Zugpersonals durch die Corona-Pandemie.“

Im Zuge der zunehmenden Verrohung der Gesellschaft leide das Zugbegleitpersonal ohnehin seit Jahren unter einem massiven Anstieg verbaler Übergriffe und körperlicher Attacken. „Als wäre das noch nicht genug, müssen sich die Kolleginnen und Kollegen seit Beginn der Pandemie nun auch noch mit aggressiven Impfgegnern auseinandersetzen“, so Weselsky. „Wir meinen: Nun ist die Grenze der Belastbarkeit nicht nur erreicht, sondern bei weitem überschritten. Wir fordern den Schutz der Mitarbeiter und einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Zugpersonal.“

Die entsprechenden Räume in Zügen seien dabei ein wichtiger Baustein im umfangreichen Forderungspaket der GDL zum Bereich Sicherheit, Gewalt und belastende Ereignisse. Sie erlauben es dem Zugpersonal, sich insbesondere Gefahren- oder Stresssituationen schnell zu entziehen und den Konflikt über Ansagen im Zug oder mittels Meldung an die Leitstelle zu entschärfen oder Hilfe anzufordern.

 

zurück
Rechtsprechung

Rechtsprechung