• Ehrung Helene Wildfeuer und Astrid Hollmann durch Milanie Kreutz

12. dbb bundesfrauenkongress

Zum Abschied geehrt

Bundesfrauenkongress

Mit Helene Wildfeuer und Astrid Hollmann sind zwei erfahrene Gewerkschafterinnen aus der frauenpolitischen Arbeit des dbb ausgeschieden. Im Rahmen des dbb bundesfrauenkongresses wurden sie für ihr Engagement geehrt. In stillem Gedenken nahmen die dbb frauen Abschied von der stellvertretenden Vorsitzenden Jutta Endrusch. Sie war am 8. April 2021 nach kurzer schwerer Krankheit überraschend verstorben. 

Helene Wildfeuer: Die fränkische Löwin

In Gewerkschaftskreisen nannte man sie auch „die fränkische Löwin“: Über 20 Jahre war Helene Wildfeuer das Gesicht der dbb bundesfrauenvertretung und prägte die frauenpolitische Arbeit des dbb beamtenbund und tarifunion maßgebend. Bereits 2020 hatte die gebürtige Fränkin, die für ihren frauenpolitischen Biss bundesweit bekannt war, angekündigt, nicht erneut für das Amt der vorsitzenden zu kandidieren. Auf der Hauptversammlung am 29. Juni 2020 hatte sie ihr Amt als Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung niedergelegt. „Es war mir eine große Ehre, diese kraftvolle Organisation als Vorsitzende aufzubauen und zu führen und für die Belange der mehr als 400.000 weiblichen Beschäftigten einzutreten. Jetzt ist genau die richtige Zeit für einen Generationswechsel“, erklärte Wildfeuer. Im Juli 2019 war die langjährige Vorsitzende des Bezirkspersonalrates beim Landesamt für Steuern in Nürnberg in den Ruhestand gewechselt. Für ihre gewerkschaftlichen Verdienste, insbesondere beim Aufbau der neuen Bundesländer, wurde sie 2003 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Für ihre Verdienste im Finanzwesen überreichte ihr der damalige bayerische Finanzminister Dr. Markus Söder 2013 die Finanzmedaille in Silber. Neben ihrem frauenpolitischen Engagement im dbb beamtenbund und tarifunion war Wildfeuer zudem von 1996 bis 2019 stellvertretende Landesvorsitzende der Bayerischen Finanzgewerkschaft (bfg) und Bezirksvorsitzende des Bezirksverbandes Nordbayern sowie Mitglied des DSTG Bundesvorstandes.

Astrid Hollmann: Im Auftrag der Gleichstellung mit Herz und Verstand 

Auf eigenen Wunsch hat auch Astrid Hollmann, stellvertretende dbb Bundesvorsitzende, die Geschäftsführung der dbb bundesfrauenvertretung verlassen. Auch sie hatte ihr Amt bereits Ende Juni 2020 niedergelegt. Es sind persönliche Gründe, die Hollmann zu diesem Schritt veranlasst haben. Selbst beschreibt Hollmann ihre Entscheidung als „bewegenden Abschied und gelungenen Aufbruch“. Sie hatte die Geschäftsführung seit 2006 als Beisitzerin unterstützt. Mit Herz und Verstand bleibt Hollmann den dbb frauen jedoch auch als Mitglied der dbb Bundesleitung verbunden. „Als dbb Vize bleibe ich mit Leidenschaft, Erfahrung und Sachkunde an Eurer Seite – gemeinsam im Kampf nicht nur für die Frauen im öffentlichen Dienst“, erklärte Hollmann anlässlich ihres Abschiedes. Die in Gelsenkirchen geborene Tochter eines Bergmannes kam über Umwege zum öffentlichen Dienst: Nach einer Ausbildung zur Industriekauffrau und dem Studium der Kommunikationswissenschaft in Essen arbeitetet sie viele Jahre in der Politikredaktion der Deutschen Welle in Berlin, bis sie schließlich 2018 als Referentin für politische Grundsatzangelegenheiten zur Senatskanzlei Berlin wechselte. Ihre Heimatgewerkschaft ist die VRFF Mediengewerkschaft, in der sie viele Jahre unter anderem als Bundesgleichstellungsbeauftragte gewirkt hatte. 

Jutta Endrusch: Kämpferisch bis zum Schluss

Jutta Endrusch war Zeit ihres Lebens eine engagierte Vorkämpferin: Ob als Schulleiterin einer Ganztagshauptschule, als Mitglied im Hauptpersonalrat oder als Gewerkschafterin im Verband Erziehung und Bildung (VBE) – die Interessen Ihrer Kolleginnen und Kollegen hatten stets Priorität. Die gewerkschaftspolitische Arbeit hatte Endrusch seit fast 25 Jahren im VBE „von der Pike auf gelernt“. In ihrem Arbeitsfeld der Berufspolitik ist ihr das Engagement für die Belange der weiblichen Beschäftigten und für mehr Chancengerechtigkeit im öffentlichen Dienst immer ein besonderes Anliegen. Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Karriere im Beruf, Entgeltgleichheit sowie Sicherung des Qualitätsanspruchs in der Kinderbetreuung sind nur einige Beispiele, für die sich Jutta Endrusch sowohl als stellvertretende Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung als auch als Vorsitzende der VBE Bundesfrauenvertretung einsetzt. Nach kurzer schwerer Krankheit verstarb Jutta Endrusch wenige Tage vor dem dbb bundesfrauenkongress. Ihr zum Gedenken wird die Position der stellvertretenden Vorsitzenden zu einem späteren Zeitpunkt nachgewählt. 

 

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