dbb Jahrestagung 2026Wir leben in Krisenzeiten
Michael Ebling, Innenminister von Rheinland-Pfalz, fordert ein größeres Krisenbewusstsein. Auch anderswo besteht Nachholbedarf.
„In den vergangenen Jahrzehnten haben die Menschen den Katastrophenschutz wie einen nervigen Wecker wahrgenommen, bei dem man die Snooze-Taste drückt“, sagte Michael Ebling (SPD), Minister des Inneren und für Sport des Landes Rheinland-Pfalz, am 13. Januar 2026 auf der dbb Jahrestagung. „Aber inzwischen leben wir in Zeiten, in denen wir uns das nicht mehr leisten können.“
Zum einen machen sich die Folgen des Klimawandels stärker bemerkbar, unterstrich der Minister. Das zeigen die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal, mit deren Dimension und Wucht niemand gerechnet hatte, aber auch die Dichte von Extremwetterereignissen. „Und zum anderen natürlich ganz unmittelbar die Folgen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine. Wir haben keine friedliche Situation mehr in Europa, das muss allen klar sein.“
Worauf es jetzt ankommt
Der Staat muss sich gegen Desinformationskampagnen, hybride Angriffe auf IT sowie auf Infrastruktur wappnen, forderte der SPD-Politiker. „Wir müssen Standards, Verantwortlichkeiten und die Beschaffung an die aktuellen Gegebenheiten anpassen. Und dann geht es vor allem um eines: üben, üben und noch einmal üben.“
Die kommunale Zuständigkeit im Katastrophenschutz habe sich bewährt, sagte Ebling. Und Deutschland habe das Glück, auf umfassende ehrenamtliche Strukturen zurückgreifen zu können. „Diesen ehrenamtlichen Einsatz müssen wir würdigen und fördern. Und vor allem müssen wir die Ehrenamtlichen unterstützen, sodass sie im Ernstfall handlungsfähig sind.“
Nicht zuletzt müsse allen Menschen klar sein: „In der Not klingelt niemand an der Tür und fragt, wie er gerade helfen kann. Das passiert nur bei Hilfsbedürftigen und vulnerablen Gruppen. Deshalb müssen alle Vorkehrungen treffen!“




