55. dbb Jahrestagung

Wildfeuer: Gleichwertige Lebensverhältnisse von Männern und Frauen müssen aktiv gefördert werden

„Was ist fair und gerecht in der Bezahlung des öffentlichen Dienstes? Die Antwort, die Thomas de Maizière in seiner Rede auf der Jahrestagung des dbb in Köln auf seine selbstgestellte Frage gab, lässt vor allem einen entscheidenden Aspekt vermissen: den der geschlechtergerechten Bezahlung im öffentlichen Dienst. Dieses Ziel sollte sich der neue Bundesminister des Innern für seine gerade begonnene Amtszeit jedoch dringend auf Wiedervorlage legen. Denn auch im öffentlichen Dienst, in dem Tarif- und Besoldungstabellen für faire Bezahlung sorgen sollen, verdienen Frauen im Schnitt acht Prozent weniger als Männer“, sagte Helene Wildfeuer, Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung am Rande der 55. dbb Jahrestagung am 6. Januar 2014.

Sie forderte eine kritische Prüfung möglicher Personalentwicklungskonzepte für den öffentlichen Dienst. "Frauen sind dort seltener in Beamtenverhältnissen zu finden, sie besetzen seltener Führungspositionen und arbeiten häufiger in Teilzeit als männliche Beschäftigte. Hinzu kommt, dass im Vergleich zu klassisch männlich dominierten Bereichen, niedrigere Tarifentgelte bezahlt werden", so die Vorsitzende.

Helene Wildfeuer wies zudem erneut darauf hin, dass Diskriminierungen bei der dienstlichen Beurteilung und Beförderung vor allem die überwiegend weiblichen Teilzeitkräfte beträfen. „Karriere und Familie im öffentlichen Dienst, das schließt sich nicht aus. Hier muss ich dem Bundesinnenminister beipflichten. Doch wenn die Rede davon ist, für gleichwertige Lebensverhältnisse von Männern und Frauen, von Vätern und Müttern sorgen zu wollen, müssen diese auch im öffentlichen Dienst aktiv gefördert werden – orientiert an den jeweiligen Lebensentwürfen. Dazu gehören neben familienfreundlichen Arbeitsplätzen, flexiblen Arbeitszeiten und bedarfsgerechten Betreuungsangeboten für Kinder jeden Alters, vor allem aber auch diskriminierungsfreie und transparente Beförderungsverfahren, die sich faktisch in gleichen Karrierechancen und Einkommensentwicklungen für alle Beschäftigte niederschlagen“, forderte Wildfeuer.

 

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