Kein Rückkehrrecht in Vollzeit

Wildfeuer: Frauen werden „abgewatscht“

Die dbb bundesfrauenvertretung hat die Absage des Bundeskanzleramts an das Gesetz zur Weiterentwicklung des Teilzeitrechts scharf kritisiert. „Die Blockade gegen das Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeit ist ein Schlag ins Gesicht aller Frauen“, sagte Helene Wildfeuer, Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung, am 31. Mai 2017 in Berlin.

Viele teilzeitbeschäftigte Frauen wünschten sich mehr Stunden in der Woche zu arbeiten, um ihre Karrierechancen und ihre Aussichten auf eine gute Absicherung im Alter zu verbessern. „Hier wird nicht nur Arbeitspotenzial verschenkt, Frauen werden für ihre Motivation, mehr leisten zu wollen, auch noch abgewatscht. Das tut weh. Auch den Männern, die ihre Arbeitsstunden gern reduzieren würden, um mehr Zeit mit ihrer Familie zu verbringen und ihren Partnerinnen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Karriere entgegenzukommen“, kritisierte Wildfeuer. Gemeinsam mit dem dbb werde sich die dbb bundesfrauenvertretung weiterhin für eine Regelung im Teilzeit- und Befristungsgesetz einsetzen, die eine grundsätzliche Befristung von Teilzeitarbeit ermöglicht. „In einer modernen, familienfreundlichen Arbeitswelt brauchen wir diese Flexibilität. Der öffentliche Dienst macht vor, dass das Modell der befristeten Teilzeit gut funktionieren kann und zwar zu Gunsten der Arbeitgeber, Dienstherren und der Beschäftigten mit Familie.“

Im Koalitionsvertrag hatten sich die Regierungspartner CDU und SPD dafür ausgesprochen, das Teilzeitrecht weiterzuentwickeln und einen Anspruch auf befristete Teilzeitarbeit beziehungsweise ein Rückkehrrecht in Vollzeit zu schaffen. Vor wenigen Tagen war das Gesetz an der Frage gescheitert, ab welcher Betriebsgröße Beschäftigte ein Recht auf Rückkehr von Teilzeit in Vollzeit erhalten sollten.

 

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