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Umfrage unter Schulleitern: Politik missachtet Praxis

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) hat am 9. März 2018 seine bei forsa in Auftrag gegebene Studie zur Berufszufriedenheit von Schulleitungen vorgestellt. 82 Prozent der Befragten gaben demnach an, dass die Politik bei ihren Entscheidungen den tatsächlichen Schulalltag nicht ausreichend beachtet.

„Kein Politiker darf erwarten, dass sich die riesigen Herausforderungen wie Inklusion und Integration, das Lernen in der digitalen Welt und der Lehrermangel bewältigen lassen, wenn Politik sich weiter weigert, das erforderliche Geld in die Hand zu nehmen“, sagte der VBE-Bundesvorsitzende Udo Beckmann. „So wie sie zurzeit agiert, lässt sie den Schulleiter öffentlich als Mangelverwalter im Regen stehen.“

Neue Schulleiter würden von Anfang an demoralisiert, kritisierte Beckmann. Die Ergebnisse zeigten, dass sie ihre Aufgaben weniger häufig zu ihrer eigenen Zufriedenheit erfüllen können, dass sich über die Hälfte nicht gut vorbereitet fühlt und deshalb auch jeder Dritte den Beruf nicht weiterempfehlen würde. „Das ist alarmierend“, sagte der VBE Chef.

Verbesserungsbedarf sehen die Schulleiter laut der Studie vor allem bei der zeitlichen Entlastung. Zudem wünscht sich jede dritte Schulleitung den Ausbau von Fortbildungsangeboten. „Darüber hinaus bleibt klar: Der Beruf muss sich lohnen. Schulleitung muss angemessen bezahlt werden“, forderte Beckmann. „Dass unter den bestehenden Umständen Stellen nicht besetzt werden können, sollte niemanden verwundern.“

Befragt wurden die Schulleiter zudem zum Personalmangel: Betroffen ist demnach jede dritte Schule. Auch die Zahl der eingesetzten Seiteneinsteiger ist hoch, systematische, pädagogische Vorqualifizierung erhalten diese jedoch seltener. Beckmann: „Die Politik hat jahrelang verschlafen, die Ausbildungskapazitäten hochzusetzen, gleichzeitig wurden immer mehr Aufgaben an Schule herangetragen.“ Dieses Versagen müsse schnellstmöglich korrigiert werden.

 

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