Tarifverhandlungen Nahverkehr Berlin: Arbeitgeberangebot ist ein schlechter Witz!

Als „schlechten Witz“ hat der Verhandlungsführer der dbb tarifunion, Willi Russ, das neuerliche Angebot des Kommunalen Arbeitgeberverbandes (KAV) Berlin in den Tarifverhandlungen für den Nahverkehr Berlin bezeichnet. Es sieht eine Erhöhung der Entgelte ab Mai 2012 in Höhe von 1,5 Prozent, ab Mai 2014 von weiteren 1,2 Prozent und ab Januar 2015 von 1,5 Prozent vor.

„Abgesehen von der Tatsache, dass man in der jetzigen unsicheren wirtschaftlichen Situation seriös keiner Laufzeit von drei Jahren zustimmen kann, deckt dieses Angebot nicht einmal die jährliche Inflationsrate und bedeutet daher Reallohnverlust. Ein solches Almosenpaket ist mit uns nicht abzuschließen. Stattdessen muss ein Angebot auf den Tisch, was mindestens die Teuerungsrate abdeckt und darüber hinaus die Leistungen der Kolleginnen und Kollegen angemessen honoriert“, so Russ gegenüber den Arbeitgebern am 6. Februar 2012.

Mit einer Forderung nach 5 Prozent mehr, mindestens jedoch 120 Euro, und einer Erhöhung des Weihnachtsgeldes um 300 Euro ist die dbb tarifunion in die diesjährigen Tarifverhandlungen für die insgesamt über 12.000 Beschäftigten der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) gegangen.

„Jetzt muss endlich ein Angebot auf den Tisch, was diesen Namen überhaupt verdient. Die Geduld unserer Mitglieder ist nicht unendlich. Sonst müssen wir den Arbeitgebern und dem Senat zeigen was passiert, wenn die Bahnen und Busse einmal nicht fahren“, so Russ weiter.

Die dbb tarifunion führt für ihre beiden Mitgliedsgewerkschaften gewerkschaft kommunaler landesdienst berlin (gkl) und Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) die Tarifverhandlungen. Beide Gewerkschaften organisieren immer mehr Mitglieder bei der BVG und in ihrem Tochterunternehmen, der Berlin Transport GmbH (BT).

 

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