Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL)

Tarifverhandlungen bei der Deutschen Bahn weiter ergebnislos

Die sechsstündigen Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Bahn (DB) und der GDL am 28. April 2021 sind ergebnislos unterbrochen worden. „In zwei Runden haben wir null Ergebnisse erzielt“, fasste der GDL-Bundesvorsitzende und dbb Vize Claus Weselsky die Tarifrunde zusammen.

Der Arbeitgeber habe die in der ersten Runde angekündigten „Lösungsvorschläge“ nicht eingebracht. Auf eine Aussage zu den zentralen Punkten der GDL-Forderungen wartete die GDL vergebens: Weder zur Frage des Tarifabschlusses für weitere Berufe, zur Entgelterhöhung, zur Corona-Beihilfe oder zur betrieblichen Altersvorsorge noch zu irgendeinem anderen Thema habe es Antworten gegeben.

Immerhin habe DB-Finanzvorstand Levin Holle aber die wirtschaftliche Situation der DB dargelegt. Diese Zahlen bestreitet die GDL nicht. Sie bestreitet aber sehr wohl, dass die Ursache für die schlechten Zahlen allein in den Corona-Schäden liegt, wie der Arbeitgeber behauptet. Weselsky: „Vor allem kommt für uns nicht in Frage, dass die Eisenbahner die Zeche für die schlechten Bilanzen zahlen sollen. Verbesserungen müssen her. Keine Träume und Utopien, wohl aber ausgewogene Neuregelungen, die die Leistung derer widerspiegeln, die in dieser Zeit den Bahnbetrieb am Laufen gehalten haben, statt im Homeoffice zu sitzen.“

Am 17. Mai 2021 gehe es in die dritte Runde. Dazwischen seien fünf Sondierungen geplant. In dieser Runde müsse der Arbeitgeber entscheiden: Konfrontation oder Lösungen. „Wir stehen für beides bereit“, machte Weselsky deutlich. Im Zuge der Öffnung für neue Berufsgruppen fordert die GDL weiterhin für das gesamte direkte Personal einen Eisenbahn-Flächentarifvertrag mit einer Entgelterhöhung um 4,8 Prozent zum 1. März 2021 sowie eine Corona-Prämie von 1.300 Euro. Dieser Tarifvertrag soll bei der DB neben dem Zugpersonal auch für die Arbeitnehmer der Fahrzeuginstandhaltung, des Netzbetriebs und für die Fahrweginstandhaltung gelten. Nach dem Abschluss mit der DB soll der Tarifvertrag analog des Flächentarifvertrags für das Zugpersonal BuRa-ZugTV für das gesamte direkte Personal im Eisenbahnsystem in Deutschland gelten.

 

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