Tarifrunde 2012 bei Bund und Kommunen: Protest erfolgreich – Einigung erzielt!

In der Nacht vom 30. zum 31. März 2012 einigten sich Gewerkschaften und Arbeitgeber in Potsdam auf einen neuen Tarifvertrag für die Beschäftigten von Bund und Kommunen. „Natürlich ist so ein Ergebnis immer ein Kompromiss“, sagte die Bundesvorsitzende der dbb jugend, Sandra Hennig. „Gerade für die Auszubildenden konnten wir aber substanzielle Verbesserungen durchsetzen. Damit wurde dem demographischen Wandel und den gestiegenen Lebenshaltungskosten Rechnung getragen.“

Die Ausbildung- und Praktikantenentgelte erhöhen sich ab dem 1. März 2012 um 50 Euro. Ab dem 1. August 2013 gibt es eine weitere Erhöhung um 40 Euro. „Grob gerechnet ist das – ausgehend von einer Vergütung von 700 Euro im Monat – insgesamt eine Steigerung um etwa 13 Prozent. Das kann sich sehen lassen“, so Hennig. Da der Wettbewerb mit der Privatwirtschaft um qualifizierte Nachwuchskräfte für den öffentlichen Dienst immer härter werde, sei diese Einigung ein wichtiges Signal. „Jetzt muss das Ergebnis zeit- und inhaltsgleich auf den Beamtenbereich bei Bund und Kommunen übertragen werden“, sagte Hennig.

Neben den Entgelten wurden weitere Bereiche neu geregelt:

Bei vorausgesetztem Bedarf werden alle Auszubildenden für zwölf Monaten übernommen, im Anschluss – bei entsprechender Bewährung – unbefristet.

Darüber hinaus werden Fahrtkosten zu auswärtigen Berufsschulen erstattet, wenn sie höher als sechs Prozent der monatlichen Ausbildungsvergütung des ersten Ausbildungsjahres sind.

Schließlich haben alle Auszubildenden einen Anspruch auf 27 Urlaubstage im Jahr (vor-her: 26 Tage im Jahr).

„Hinsichtlich einer garantierten unbefristeten Übernahme für alle Auszubildenden haben sich die Arbeitgeber stur gestellt. Der gefundene Kompromiss ist zwar annehmbar, trotzdem werden wir das Thema weiterhin auf die Agenda setzen“, erklärte Hennig. „Die Vereinbarung zu den Fahrtkosten ist zu begrüßen, weil nun die Erstattung erstmals einheitlich geregelt ist. In den Bereichen, wo für die Auszubildenden vorteilhaftere Regelungen gelten, bleiben diese natürlich bestehen.“ Der vereinbarte zusätzliche Urlaubstag sei darüber hinaus angesichts der steigenden Arbeitsbelastung folgerichtig.

„Insgesamt können wir mit dem Ergebnis zufrieden sein, insbesondere mit den monetären Verbesserungen“, sagte die dbbj-Chefin. „Es ist offensichtlich, dass die Protestaktionen und Warnstreiks die Arbeitgeber beeindruckt haben.“

 

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