Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL)

Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn: Eindrucksvoller zweiter Arbeitskampf

Nach der zweiten Streikphase zieht die GDL eine positive Bilanz. „Das hat gesessen“, sagte der GDL Bundesvorsitzende und dbb Vize Claus Weselsky am 25. August 2021.

„War schon der erste Streik erfolgreich, so haben die Beschäftigten im zweiten Arbeitskampf noch einmal kräftig nachgelegt. Die Eisenbahnerinnen und Eisenbahner sind es leid, von ihrem Arbeitgeber Deutschen Bahn (DB) belogen, betrogen und missachtet zu werden“, machte Weselsky deutlich. An jedem Streiktag seien mehr als 1.000 Züge im Personenverkehr ausgefallen. Auch bei der Streikbeteiligung habe es einen spürbaren Sprung nach oben gegeben – auf insgesamt mehr als 10.000 Teilnehmende (bezogen auf die gesamte Streiklänge).

„Der Arbeitgeber wäre gut beraten, die GDL nicht weiter herauszufordern und die Auswirkungen klein zu reden. Die DB versucht die Beteiligung der weiteren Eisenbahner, wie beispielsweise Fahrdienstleiter und Werkstatt, mit Verstößen gegen das Arbeitszeitgesetz zu unterlaufen und spielt damit bewusst mit der Sicherheit des Eisenbahnsystems“, erklärte der GDL Chef. „Wir danken insbesondere diesen Berufsgruppen wie auch allen weiteren Mitgliedern ausdrücklich für die Unterstützung. Es zeigt auf, dass die GDL-Mitglieder den eingeschlagenen Kurs nicht nur mittragen. sondern ausdrücklich eine Fortsetzung erwarten.“

Der Druck auf die DB wachse – und werde das auch weiter tun. Nicht nur die GDL-Mitglieder, auch viele Nicht-Mitglieder und Konzernbeschäftige, Medien und Öffentlichkeit begegneten dem Arbeitgeber DB zunehmend mit Unverständnis, weil er so uneinsichtig gegen die eigenen Mitarbeiter vorgehe. Das rigide Vorgehen der DB sei auch deshalb so unbegreiflich, da die Wettbewerbsunternehmen durchaus bereit und in der Lage seien, ihre Mitarbeiter entsprechend zu entlohnen. So hab die GDL in jüngster Zeit Tarifverträge mit den Unternehmensgruppen Transdev, Netinera und Go-Ahead abgeschlossen, wobei die jeweils vereinbarten Konditionen exakt den Forderungen der GDL gegenüber der DB entsprechen.

Weselsky drängte das DB-Management, schnellstens ein verhandelbares Angebot unterbreiten: „Die Eisenbahner haben Anerkennung und Wertschätzung verdient. Sie fordern einen gerechten Anteil bei der Einkommenserhöhung, eine Corona-Prämie, Arbeitszeitverbesserung und den Schutz ihrer kleinen Betriebsrenten. Statt weiterhin Steuergelder sinnlos zu verbrennen, sollte die DB auf die GDL zugehen und endlich in die Eisenbahner, in die Zukunft des Eisenbahnsystems und in die Klimaziele investieren. Die Fahrgäste werden es ihr danken.“

Unterstützung erfährt die GDL weiterhin aus den Reihen des dbb. „Solidarität ist der Grundpfeiler des gewerkschaftlichen Miteinanders. Daher stehen wir auch in diesem Tarifkonflikt Seite an Seite mit der GDL. Der Mangel an Wertschätzung der Deutschen Bahn gegenüber ihren Beschäftigten ist erschreckend. Den Plänen, die Betriebsrenten abzuschmelzen, muss die rote Karte gezeigt werden“, sagte etwa Andreas Hemsing, Vorsitzender der DBB NRW Tarifkommission, bei einer Kundgebung der GDL am 24. August in Köln. Der dbb Hessen erklärte ebenfalls seine Solidarität mit den Streikenden. „Wir unterstützen ausdrücklich die Forderungen unserer Mitgliedsgewerkschaft“, sagt der dbb Landesvorsitzende Heini Schmitt am 24. August 2021.

 

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