Gewerkschaft der Sozialversicherung (GdS)

Tarifabschluss für AOK-Beschäftigte – Durchbruch beim Gewerkschaftsbonus

Eine steuer- und sozialversicherungsfreie Corona-Prämie in Höhe von 1.100 Euro sowie lineare Vergütungserhöhungen um 3,1 Prozent ab 1. Dezember 2022 – das sind die Kernelemente des Tarifabschlusses, den die GdS am 3. März 2022 in der fünften Runde der Tarifverhandlungen mit der Tarifgemeinschaft der AOK (TGAOK) erzielt hat.

Darüber hinaus bietet das Tarifergebnis zahlreiche weitere monetäre Verbesserungen und geldwerte Vorteile. Dazu gehören ein Sockelbeitrag von 30 Euro und die Anhebung des Kinderzuschlages für die unteren Vergütungsgruppen, eine Verdopplung der vermögenswirksamen Leistungen, die Erhöhung des Gesundheitszuschusses sowie die Möglichkeit der Entgeltumwandlung für ein Fahrrad-Leasing (Jobrad).

„Dank der solidarischen Unterstützung durch die Warnstreik-Aktionen unserer Mitglieder haben wir unter schwierigen Gesamtumständen das bestmögliche Verhandlungsergebnis erreicht“, wertete der GdS-Bundesvorsitzende und dbb Vize Maik Wagner den Tarifabschluss für die AOK-Beschäftigten.

Erstmals ist es auch gelungen, im Tarifvertrag einen Bonus für GdS-Mitglieder festzuschreiben, der diesen jedes Jahr einen zusätzlichen freien Tag zu Bildungszwecken einräumt. „Dieser Durchbruch beim Gewerkschaftsbonus ist überfällig gewesen, schließlich sind es unsere Mitglieder, die den Einsatz der GdS für bessere Arbeitsbedingungen und eine angemessene Bezahlung der AOK-Mitarbeiter durch ihren Mitgliedsbeitrag finanzieren“, so Wagner.

Den größten Streitpunkt der Tarifverhandlungen hatte die Ausklammerung der AOK Nordost aus dieser Vergütungsrunde dargestellt. Am Ende konnte die GdS eine Kompromisslösung erreichen, die eine Rückkehr der AOK Nordost ins Bezahlungsgefüge der TGAOK spätestens zum 1. Januar 2024 vorsieht. „Zentral für uns ist die schriftlich festgehaltene Verpflichtung der AOK Nordost, dass sie weder ein Ausscheiden aus der TGAOK noch eine grundsätzliche Abkehr vom Vergütungsniveau der TGAOK beabsichtigt“, erklärte Wagner dazu.

Um ihren berechtigten Forderungen nach fairen Vergütungserhöhungen Nachdruck zu verleihen, hatten die Tarifbeschäftigten aller elf AOK-Gesundheitskassen im Januar und Februar mehrfach ganztätig die Arbeit niedergelegt. Die GdS hatte ihre Mitglieder bei den AOK zu den bundesweiten Warnstreiks aufgerufen, um in den stockenden Tarifverhandlungen ein unmissverständliches Signal an die Arbeitgeber zu senden.

Bevor der GdS-Bundesvorstand endgültig über eine Annahme des Tarifabschlusses beschließt, wird die GdS noch eine Befragung ihrer Mitglieder bei den AOK-Gesundheitskassen durchführen.

 

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