• Warnstreiks in Ludwigsburg und Erlangen

Süddeutschland ein Schwerpunkt der dbb-Warnstreiks am Mittwoch – „Wir sind Garant für den Erfolg der Wirtschaft!“

Wenige Tage vor der entscheidenden dritten Verhandlungsrunde in Potsdam bildete Süddeutschland am 26. März 2014 einen Schwerpunkt der Warnstreiks und Protestkundgebungen des dbb. Auf zwei zentralen Kundgebungen in Erlangen und Ludwigsburg haben sich die Kolleginnen und Kollegen um die Mittagszeit versammelt, um ihren Unmut über die mangelnde Kooperationsbereitschaft der Arbeitgeber lautstark zu bekundeten.

„Wir sind nicht selbstlos. Wir kämpfen für unsere Interessen. Wir kämpfen für 100 Euro Sockel und 3,5 Prozent mehr Einkommen. Aber das ist längst nicht alles“, rief die stellvertretende Vorsitzende der dbb Tarifkommission Siglinde Hasse den Streikenden in Erlangen zu. „Es geht noch um etwas ganz anderes, und es ist schlimm, dass es außer uns scheinbar niemanden kümmert: Es geht auch darum, welchen öffentlichen Dienst wir wollen. Und weil der öffentliche Dienst in Deutschland auch Garant für den Erfolg des Wirtschaftsstandortes Deutschland ist, kann es darauf nur eine Antwort geben! Wir wollen kein Mittelmaß! Wir wollen einen guten öffentlichen Dienst! – Und den gibt es nicht zum Nulltarif!“

Auch der stellvertretende Vorsitzende der dbb Bundestarifkommission und Bundesvorsitzende der Fachgewerkschaft der Straßen- und Verkehrsbeschäftigten (VDStra.) Siegfried Damm wandte sich auf der Protestkundgebung in Ludwigsburg gegen die Verweigerungshaltung der Arbeitgeber: „Nach neuesten Zahlen des statistischen Bundesamtes haben Städte und Gemeinden im abgelaufenen Jahr einen Überschuss von 1,1 Milliarden Euro erzielt. Die kommunale Finanzkrise löst sich in vielen Regionen Deutschlands auf. Es gibt keinen Grund für die Arbeitgeber, immer wieder das Lied der leeren Kassen anzustimmen!“

Der Tarifexperte verteidigte die Forderung nach einem Sockelbetrag: „Als soziale Komponente soll er den Kolleginnen und Kollegen in den unteren Einkommensgruppen unter die Arme greifen. Schließlich hängt oft eine ganze Familie an einem Einkommen, das aktuell in Entgeltgruppe 5, in der Stufe Eins 2 005 Euro ausmacht!“ Gerade für Menschen im öffentlichen Dienst, die eine Arbeit erledigten, die sonst keiner mehr machen wolle, sei das wichtig. „Deshalb muss für Berufsgruppen wie Pflegekräfte, Straßenwärter oder Müllwerker überproportional etwas getan werden. Diese Jobs sind psychisch und physisch unglaublich anstrengend, höchst verantwortungsvoll aber schlecht bezahlt. Diese Arbeit muss dem Staat mehr wert sein!“

 

zurück
Rechtsprechung

Rechtsprechung