• Altenpflegerin und Seniorin

Zweiter Gleichstellungsbericht der Bundesregierung

Soziale Berufe endlich aufwerten

Die von der Bundesregierung im Zweiten Gleichstellungsbericht geforderte Aufwertung der Berufe im Sozial- und Care-Bereich ist laut dbb bundesfrauenvertretung längst überfällig. „Mein Tipp an die Politik: Nicht länger drüber reden, sondern endlich machen. Damit bringen wir die Gleichstellung in Deutschland entscheidend voran“, forderte Helene Wildfeuer, Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung, am 22. Juni 2017.

Deutschland könne sich auch aus wirtschaftlicher Sicht die „Schlamperei bei der Gleichstellung“ nicht länger leisten. „Jede gut ausgebildete Frau, die wir nicht im Job halten, deren Potenzial wir nicht ausschöpfen, bedeutet einen wirtschaftlichen Verlust für unser Land“, machte Wildfeuer unmissverständlich klar.

Vor allem im öffentlichen Dienst, dem Arbeitgeber Nummer 1 für die weibliche Bildungselite, müssten weibliche Erwerbsverläufe als führungstauglich eingestuft und die Leistung von Teilzeitkräften entsprechend anerkannt werden. „Familie hat zu wenig Platz in unserer Arbeitswelt. Das muss sich radikal ändern. Nur wenn wir wegkommen von der Leistungsbewertung, die sich an der reinen Arbeitszeit orientiert, haben auch Frauen mit Familienpflichten eine faire Chance, verantwortungsvolle und gut dotierte Positionen zu erlangen. Das geht nur mit gendergerechten Beurteilungs- und Beförderungsverfahren, die auch die Gleichstellungsbemühungen der Vorgesetzten berücksichtigen. Das heißt: Wer Gleichstellung nicht fördert, soll mit Sanktionen rechnen müssen. Hierin sehen wir einen klaren Auftrag an die künftige Bundesregierung“, so Wildfeuer.

Zudem müssten stärkere Anreize geschaffen werden, damit Männer und Frauen Familien- und Erwerbsarbeit zu gleichen Teilen übernehmen können. „Steuerrechtlich und familienpolitisch haben wir hier noch viel Luft nach oben.“

Der Zweite Gleichstellungsbericht der Bundesregierung besteht aus dem Gutachten einer Sachverständigenkommission und einer Stellungnahme der Bundesregierung dazu. Die dbb bundesfrauenvertretung hatte die ehrenamtlich tätige Sachverständigenkommission über die aktuelle Situation der weiblichen Beschäftigten im öffentlichen Dienst informiert und auf Benachteiligungen hinsichtlich der beruflichen Entwicklung hingewiesen. Bereits am Ersten Gleichstellungsbericht aus dem Jahr 2011 hatte die dbb bundesfrauenvertretung beratend mitgewirkt.

 

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