• Petra Schmitt

Petra Schmitt, Fremdsprachensekretärin

„Sicherheit und Bezahlung sind die Stellschrauben“

Hallo, ich heiße Petra Schmitt, bin verheiratet, habe zwei Kinder und bin aktives Mitglied des VBOB. Ich arbeite im Auswärtigen Amt. Mein aktueller Einsatzort ist Berlin.

Nie langweilig

Ich wollte schon immer im Ausland und mit Fremdsprachen arbeiten. Aus diesem Grund habe ich mich nach meinem Abitur für eine Ausbildung als Fremdsprachensekretärin entschieden. Im Treppenhaus meiner Fremdsprachensekretärinnen-Schule hing damals Ende der 80er ein Werbeplakat des Auswärtigen Amts. Da wusste ich sofort, dass ich dort arbeiten möchte. Ich habe meine bislang einzige berufliche Bewerbung dahin abgeschickt und bin sofort eingestellt worden. Mir ist dann aber sehr schnell bewusst geworden, dass ich noch selbstständiger und verantwortungsvoller als im Sekretariat arbeiten möchte und habe mich für ein internes Aufstiegsverfahren qualifiziert und bin seit Juli 2010 Sachbearbeiterin im vergleichbaren gehobenen Auswärtigen Dienst. Eine ganz genaue Beschreibung der Tätigkeit beim Auswärtigen Amt ist aufgrund der Einzigartigkeit meines Arbeitgebers nicht so leicht möglich. Alle Angehörigen des Auswärtigen Amts können an jedem Platz der Welt eingesetzt und mit jeder Aufgabe ihrer Laufbahn betraut werden. Diese Vielseitigkeit macht den Beruf anziehend und interessant, aber auch anstrengend, weil er nicht nur das berufliche, sondern vor allem auch das gesamte private Leben beeinflusst, wenn wieder das Land gewechselt wird.

Öffentlicher Dienst muss wieder attraktiv werden

Neben meiner Arbeit engagiere ich mich als Personalrätin und bin Vorsitzende der Fachgruppe Auswärtiger Dienst des VBOB. Bei uns arbeiten 2.100 Beschäftigte in der Zentrale und 4.650 an den über 200 Auslandsvertretungen in aller Welt. Hinzu kommen an den Auslandsvertretungen noch circa 5.500 Beschäftigte deutscher oder fremder Staatsangehörigkeit, die vor Ort eingestellt werden, die so genannten Ortskräfte und rund 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die von anderen Ressorts der Bundesregierung, den Bundesländern, der Wirtschaft und anderen Institutionen vorübergehend in den Geschäftsbereich des Auswärtigen Amts abgeordnet sind. So entsteht immer viel Arbeit für die Mitbestimmungsgremien. Aber das Engagement zahlt sich aus.

Aus erster Hand muss ich aber auch erfahren, dass sich die besten Bewerber mittlerweile lieber woanders bewerben. Wir bilden in drei Laufbahnen aus, im mittleren, gehobenen und höheren Dienst sowie zur beziehungsweise zum Verwaltungsfachangestellten. Der ständig mögliche Ortwechsel belastet das Privatleben. Es ist nicht immer einfach, eine Berufstätigkeit der Partnerin oder des Partners mit dem Rotationsprinzip im Auswärtigen Dienst in Einklang zu bringen. Das schreckt manche Bewerberin Bewerber ab. Es ist ja auch nicht so, dass die Zahl der geeigneten Bewerberinnen und Bewerber mehr wird. Der demografische Wandel ist auch bei uns angekommen. Darum müssen wir die Attraktivität des öffentlichen Dienstes wieder steigern. Dabei spielt das Geld schon eine wichtige Rolle. Sicherheit und Bezahlung sind die Stellschrauben, an denen jetzt in der Einkommensrunde gedreht werden muss. Ich arbeite jeden Tag mit gut ausgebildeten und motivierten Kolleginnen und Kollegen zusammen. Wie gut wir sind, weiß auch unser Arbeitgeber. Nur, dass diese gute Arbeit auch gutes Geld wert ist, vergisst er leider jedes Jahr pünktlich zur Einkommensrunde.

 

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