VDR findet Zeitplanung für Schulöffnungen realistisch

Sicherheit geht vor Schnelligkeit

„Wichtig sind jetzt tatsächlich Augenmaß und Vernunft“, betonte Jürgen Böhm, Bundesvorsitzender des Deutschen Realschullehrerverbands (VDR) und dbb Vize, am 15. April 2020 zur Verlängerung der Schulschließungen. Natürlich sei es verständlich, dass die Menschen zur Normalität zurückkehren wollen. Allerdings brauche es viel Geduld bis die Situation in der Gesellschaft und an den Schulen wieder zur Ruhe komme.

„Die Schulen brauchen eine gewisse Vorlaufzeit, um die Gegebenheiten vor Ort zur prüfen und gegebenenfalls anzupassen“, machte Böhm deutlich. Klassen müssten geteilt, neue Stundenpläne erstellt, die sanitären Anlagen vorbereitet, die Schülerbeförderung organisiert, Risikogruppen in der Schüler- und Lehrerschaft ermittelt, Schutzmaßnahmen getroffen werden. Die Schulen seien sehr unterschiedlich aufgestellt und bräuchten genügend Zeit für sinnvolle Planungen, um die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler und der Lehrkräfte nicht zu gefährden.

„Um diese Planungen nun starten zu können, müssen die Verantwortlichen aber jetzt Zeitvorgaben treffen und klarmachen, wie, wann und mit welchen Klassenstufen gestartet werden soll. Nach wie vor halten wir es für absolut vorrangig, die Abschlussschüler zuerst wieder zu beschulen und die geregelten Übergänge qualitativ zu sichern. Das betrifft die Abschlussschüler genauso wie die Schüler am Ende der Grundschule“, forderte der Bundesvorsitzende.

Die Abschlussprüfungen dürften generell nach wie vor nicht in Frage gestellt werden. Manche Bundesländer haben schon mit den Abschlussprüfungen begonnen oder diese sogar schon durchgeführt. „Ein Verzicht auf die Prüfungen würde zu einem enormen und unfairen Ungleichgewicht führen.“ Zudem seien diese nach wie vor Maßstab für Leistung und Qualität und könnten auch in dieser schwierigen Situation nicht einfach nur „durchgewunken“ werden.

 

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