dbb Bildungsgewerkschaften

Schulleitungen und Lehrkräfte brauchen Planungssicherheit

„Die politischen Entscheidungsträger haben mit dem verschärften bundesweiten Lockdown die richtige Entscheidung getroffen“, betonte Jürgen Böhm, dbb Vize und Bundesvorsitzender des Deutschen Realschullehrerverbandes (VDR), am 13. Dezember 2020.

„Dass die Schulen in den Distanzunterricht wechseln, ist der richtige und verantwortliche Schritt, um die Welle der Pandemie zu brechen. Besonders wichtig ist jetzt, dass die Länder ihre Spielräume nutzen und die Kinder und Jugendlichen nicht vorzeitig in die Ferien schicken, sondern ihnen Distanzunterricht nicht nur anbieten, sondern auch sicherstellen. Die Bildung an unseren Schulen darf unter dieser Situation nicht leiden und die entsprechenden Rahmenbedingungen im Bereich der Digitalisierung müssen noch weiter ausgebaut und gestärkt werden“, forderte Böhm.

Die technische Ausstattung kritisierte auch der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann: „Nur sechs Prozent der Schulleitungen in Deutschland berichteten in unserer aktuellen forsa-Umfrage, dass alle Schülerinnen und Schüler ihrer Schule ein digitales Endgerät haben. Die Politik provoziert Unmut, wenn unter diesen Umständen ein ‚digitaler Unterricht‘ angekündigt wird. Es werden Erwartungen geschürt, die von den Lehrkräften nicht eingelöst werden können.“ Dazu komme der Personalmangel: „Über allem schwebt der massive Lehrkräftemangel. Deshalb ist es dringend notwendig, dass die Kultusministerinnen und Kultusminister nachhaltige Strategien zur Gewinnung von originär ausgebildeten Lehrkräften und deren Gesundhaltung im System Schule entwickeln. Es wird dabei nicht ausreichen, nur die Anzahl an Studienplätzen zu erhöhen, ohne die Qualität der Lehre zu sichern“, sagte Beckmann.

„Es bleibt die Frage offen, wie der Unterricht an den Schulen und Bildungseinrichtungen im neuen Jahr weitergeht. Schulleitungen und Lehrkräfte brauchen Planungssicherheit, die über mehrere Wochen hält“, sagte Eugen Straubinger, Bundesvorsitzender des Bundesverbandes der Lehrkräfte für Berufsbildung (BvLB). „Entscheidend dabei ist, dass die Strategien tragen und sich die gesamte Gesellschaft nicht weiter von Woche zu Woche hangelt.“

 

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